„Vater einer großen Nachkommenschaft von Forschungsreisenden ...“ - Ehrungen Alexander von Humboldts im Jahre 1869

  • Ilse Jahn
Schlagworte: 1869, Charles Darwin, Emil du Bois-Reymond, Honorationen, Humboldt als Vorbild, Matthias Jacob Schleiden

Abstract

Zusammenfassung

In Anknüpfung an die Gründungsfeier des „Naturwissenschaftlichen Vereins“ zu Magdeburg im Jahre 1869, in der auch der 100. Geburtstag Alexander von Humboldts gefeiert wurde, werden die Ehrungen dreier bedeutender Naturforscher des 19. Jahrhunderts für ihren Förderer Alexander von Humboldt behandelt: Matthias Jacob Schleiden, der 1842 Humboldt sein Lehrbuch „Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik“ gewidmet hatte und dafür von ihm einen langen Dankesbrief bekam, hielt 1869 in Dresden eine Gedenkrede. Emil du Bois-Reymond, dessen elektrobiologische Forschungen durch A. v. Humboldt maßgeblich gefördert worden waren, ehrte 1883 die Brüder Humboldt anläßlich der Enthüllung ihrer Denkmäler vor der Berliner Universität mit einer Rede. Charles Darwin, der durch Humboldts Reisebeschreibung zu seiner Weltreise inspiriert worden war, sandte ihm 1839 seinen eigenen Reisebericht und erhielt einen bemerkenswerten Dankesbrief. Anhand von Originalbriefen wird die Bedeutung der drei Naturforscher für den Beginn der neuen naturwissenschaftlichen Epoche im 19. Jahrhundert illustriert, für die die Gründung des „Naturwissenschaftlichen Vereins“ charakteristisch war.

Abstract

In 1869 the “Naturwissenschaftlicher Verein” was founded in Magdeburg (Saxony Anhalt). That was the time when the scientific world celebrated Alexander von Humboldt’s 100th birthday. In this context, Humboldt’s achievements were remembered during the founding ceremony of that society. The paper which was read in September 2003 on a meeting of this organisation, focuses on three famous naturalists who celebrated Humboldt because they owed him much help in their own professional careers. The botanist Matthias Jacob Schleiden gave a memorial speech in 1869 in Dresden. The physiologist and pioneer of electro-biology Emil du Bois-Reymond honoured his mentor A. v. Humboldt on the occasion of the dedication of the statues of Wilhelm and Alexander in 1883 in Berlin. Charles Darwin expressed his gratitude to Humboldt by sending him in 1839 the report of his travels and received an interesting reply. These three scholars represented a new epoch in the development of the natural sciences. The paper includes a recently re-discovered letter from Humboldt to Schleiden, dated April 13, 1842.

Autor/innen-Biografie

Ilse Jahn
geb. Trommer, wurde 1922 in Chemnitz geboren; sie studierte 1941-1942 und heiratete 1942 Dr. Wilhelm Jahn, der im April 1945 in Rußland starb. Nach der Geburt der Tochter Isolde (1943) arbeitete sie als Kunstmalerin in Chemnitz, setzte dann 1952-1956 in Jena das Biologiestudium fort und war nach dem Diplom zunächst Assistentin am Ernst-Haeckel-Haus in Jena. Nach der Promotion (Jena 1963) arbeitete sie 1962-1967 an der Alexander-von-Humboldt-Briefedition der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und 1967-1982 als Kustos am Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität, wo sie sich 1979 habilitierte und 1980 Dozentin für Museologie wurde. Hauptarbeitsgebiet, das auch im Ruhestand seit 1982 gepflegt wird, ist die Geschichte der Biologie, über die mehrere Schriften erschienen, u.a. „Dem Leben auf der Spur. Die biologischen Forschungen Alexander von Humboldts“ (Leipzig, Jena, Berlin 1969), „Grundzüge der Biologiegeschichte“ (Jena 1990).
Zitationsvorschlag
Jahn, I. (2004). „Vater einer großen Nachkommenschaft von Forschungsreisenden .“ - Ehrungen Alexander von Humboldts im Jahre 1869 . HiN - Alexander Von Humboldt Im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien, 5(08), 18-28. https://doi.org/10.18443/45
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