In der Naturgeschichte „etwas Höheres suchen“. Zu Humboldts Konzept der Pflanzengeographie

  • Petra Werner
Schlagworte: Amerikanische Reisetagebücher, Naturgeschichte, Pflanzengeographie

Abstract

Zusammenfassung

Der Erwerb der südamerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts durch die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz war 2014 ein bedeutendes Ereignis. In einem ersten Schritt wertet der Artikel unveröffentlichte Teile der Tagebücher und Dokumente aus dem Nachlass aus, um den „Kosmos Humboldt´scher Interessen“ zum Thema Pflanzengeographie zu umreißen, darunter auch seine Überlegungen zum Einfluss von Mensch und Tier auf die Ausbreitung von Pflanzen und die Veränderung von Vegetation. Die Einsichten des Gelehrten zur Abhängigkeit Europas von der sogenannten „Neuen Welt“ hinsichtlich der Nahrungsmittel werden ebenso behandelt. So vertrat Humboldt in seinen Ausführungen zum Thema „Was sind Barbaren?“ die These, dass Isolierung von Menschen aus der Gemeinschaft, Elend, Nahrungsmangel, klimatische Ursachen usw. „die Spuren von Zivilisation vertilgen“. Er betonte, dass es nötig sein, in einem weltweiten Wettstreit intellektueller Kräfte die Ressourcenknappheit zu überwinden.

Abstract

The acquisition of the “American travel diaries” of Alexander von Humboldt in 2014 by the German State Library in Berlin was a major event for the scientific world. As a first step in the scientific evaluation of the recorded observations, measurements and ideas about the geography of plants in Humboldt´s diary, the article outlines the so-called “Cosmos of Humboldt´s interests”. This includes his ideas about the variations of plant species caused by the activities of mankind and also animals. In the article “What are barbarians?”, published in 1826, von Humboldt argued that in order to overcome isolation, human misery, lack of food, climate changes – all forces threatening the decline of civilization – it was necessary to propel a worldwide intellectual contest to overcome the shortage of the planet’s resources.

Autor/innen-Biografie

Petra Werner
Petra (Gentz-)Werner (Dr. rer. nat. Dr. habil. phil.) Biochemikerin, Wissenschaftshistorikerin, veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und 10 Monographien zur Wissenschafts- und Medizingeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Gastaufenthalte und Einladungen zu Vorträgen führten sie in zahlreiche Länder, u. a. mehrfach an die Ost- und Westküste der USA, so an die Yale University/New Haven, nach Australien, Japan, in die Schweiz, die Niederlande und andere europäische Länder. Seit 1999 arbeitet sie in der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der BBAW, veröffentlichte neben zahlreichen kleineren Arbeiten zwei Monographien zur Arbeit Alexander von Humboldts. 2004 erschien eine Monographie zur Arbeitsweise Humboldts und seinem Netzwerk „Himmel und Erde. Alexander von Humboldt und sein Kosmos“, 2013 die Monographie „Naturwahrheit und ästhetische Umsetzung. Alexander von Humboldt im Briefwechsel mit bildenden Künstlern“. Zur Zeit arbeitet sie zu Humboldts Konzept der Pflanzengeographie und beschäftigt sich auch mit seiner Freundschaft zu KünstlerInnen.
Mehr zu Petra (Gentz-)Werner unter http://www.bbaw.de/die-akademie/mitarbeiter/gentz-werner
Zitationsvorschlag
Werner, P. (2015). In der Naturgeschichte „etwas Höheres suchen“. Zu Humboldts Konzept der Pflanzengeographie. HiN - Alexander Von Humboldt Im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien, 16(30), 84-98. https://doi.org/10.18443/217
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