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Dominik Erdmann, Jutta Weber

Nachlassgeschichten – Bemerkungen zu Humboldts nachgelassenen Papieren in der Berliner Staatsbibliothek und der Biblioteka Jagiellońska Krakau

Zusammenfassung

Der Artikel schildert die Geschichte verschiedener Teile des Manuskriptnachlasses Alexander von Humboldts, die sich heute in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB) und in der Biblioteka Jagiellońska in Krakau (BJ) befinden. Dabei wird insbesondere auf den unterschiedlichen ‚Quellenwert‘ der drei großen Nachlassabteilungen – der amerikanischen Reisetagebücher, der Kollektaneen zum Kosmos (beide SBB) und dem sogenannten Nachlass Alexander von Humboldt (BJ) – eingegangen.

Abstract

The article discusses the history of different parts of Alexander von Humboldt’s estate which are kept today in the Berlin State Library (SBB) and the Jageillonian Library in Krakow (BJ). The general aim of the article is to show that – due to the specific history of each part of the handed-down papers – the three main sections of the Humboldt estate – the travel-journals from the American voyage, the Collectanea for the Kosmos (both SBB) and the so called Nachlass Alexander von Humboldt (BJ) – have a very different status as a historical source.

Résumé

Le présent article cherche à retracer l’histoire des différents fonds de manuscrits issus de la succession d’Alexandre de Humboldt, aujourd’hui reparti entre la Bibliothèque d’État de Berlin (SBB) et la Bibliothèque Jagiellonne de Cracovie. Le but général de l’article est de démontrer qu’en raison de leur histoire respective, les trois principaux fonds de la succession – les journaux de voyage américains, les Collectanées du Kosmos (tous deux SBB) et le dit Nachlass Alexander von Humboldt (BJ) – ont chacun une valeur très distincte comme source historique.

Vorbemerkung

Alexander von Humboldts handschriftliche Hinterlassenschaft ist nicht allein außerordentlich umfangreich,1 sie ist aus unterschiedlichen Gründen weltweit verstreut und in verschiedenen Archiven, Museen und Bibliotheken öffentlich zugänglich, aber auch in Privatsammlungen verborgen. Gelegentlich findet sich daher der nicht unberechtigte Hinweis, dass es einen eigentlichen ‚Nachlass Alexander von Humboldt‘ gar nicht gibt.2 Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, einige Nachlassteile und Sammlungen, die in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB) und in der Biblioteka Jagiellońska (BJ) in Krakau liegen, ihrem Inhalt und ihrer Bestandsgeschichte nach etwas näher zu beleuchten. Die Beschränkung auf diese Institutionen ergibt sich nicht allein daher, dass die in ihnen liegenden Humboldtiana zu den bedeutendsten Teilen von Humboldts handschriftlicher Hinterlassenschaft zählen und teils ausdrücklich von Humboldt für die Aufbewahrung in Vorgängerinstitutionen bestimmt wurden. Sie ergibt sich auch, da diese Nachlässe seit Kurzem der Forschung und der breiten Öffentlichkeit in einem institutions- und länderübergreifenden Erschließungs- und Digitalisierungsprojekt zugänglich gemacht werden.3

Ein Großteil, keineswegs aber alle der in diesen Institutionen liegenden Bestände fand sich bei Humboldts Tod in dessen Berliner Wohn- und Arbeitsräumen in der Oranienburger Straße 67. Andere Teile der hier verwahrten Humboldt-Dokumente stammen aus Sammlungen, die verschiedene Personen mit unterschiedlicher Intention sowohl vor wie nach Humboldts Ableben anlegten und sukzessive ergänzten. Die verschiedenen Nachlassteile und Sammlungen stellen ein heterogenes Korpus mit sehr unterschiedlichem Quellenwert dar. Dieses ist von historisch indizierten Sammlungsinteressen ebenso geprägt, wie von den Nachlasspolitiken einzelner Personen und den historischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts.

Demgemäß wäre es konsequent, jeden Nachlassteil und seine Geschichte gesondert vorzustellen. Wenn sich die folgende Darstellung letztlich dennoch weitgehend auf die Chronologie stützt, so lediglich aus Gründen der Übersichtlichkeit. Zunächst jedoch sollen die behandelten Bestände im Überblick inhaltlich vorgestellt werden.

Inhaltsübersicht der Humboldt-Bestände der SBB und der BJ

Tagebücher

Bei den in der SBB und der BJ liegenden Humboldt-Nachlassteilen handelt es sich erstens um die jüngst von der SBB erworbenen Journale der süd- und mittelamerikanischen Forschungsreise. Humboldt hat die auf der Reise geschriebenen Hefte vielfach später annotiert und bearbeitet, Blätter ebenso eingeklebt wie herausgeschnitten und alle Hefte gegen Ende seines Lebens in jene neun Bände binden lassen, in denen sie uns heute vorliegen. Auch wenn Humboldt bis an sein Lebensende immer wieder kommentierend und annotierend zu seinen Reisejournalen zurückkehrte, lässt das Binden der Hefte darauf schließen, dass er die Arbeit an und mit ihnen für weitgehend abgeschlossen betrachtete.

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Abb. 1 und 2: Drei der insgesamt neun Bände der südamerikanischen Reisejournale Alexander von Humboldts (Tagebuch III, IV, VIIa und VIIb.) SBB-PK IIIA Nachl. Alexander von Humboldt (Tagebücher). © SBB-PK/ Carola Seifert

Kollektaneen zum Kosmos

Ganz anders verhält sich dies mit dem zweiten hier vorgestellten Teil des Humboldt-Nachlasses, den bereits von Humboldt so genannten Kollektaneen zum Kosmos. Sie werden ebenfalls in der SBB bewahrt und zugänglich gemacht. Dem Namen entsprechend handelt es sich bei ihnen um eine von Humboldt angelegte Materialsammlung. Der Beiname „zum Kosmos“ führt aber insofern in die Irre, als Humboldt die Kollektaneen nicht nur zur Herstellung seines „Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung“,4 sondern zur Herstellung verschiedener verwirklichter wie unverwirklichter Textprojekte nutzte. Sie umfassten ehemals vierzehn Kästen, von denen sich dreizehn weitgehend in der von Humboldt angelegten Ordnung erhalten haben. Die Kästen variieren in ihrem Umfang teils erheblich und werden daher in ‚große‘ und ‚kleine‘ Kästen unterteilt.5 Die Kollektaneen gewinnen ihre Prominenz aus der in ihnen enthalten Korrespondenz Humboldts mit zahlreichen der bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit. Ihr Wert für die Wissenschaft liegt aber auch darin begründet, dass sie einen anschaulichen Einblick in Humboldts Techniken der Textproduktion erlauben. Bis an sein Lebensende sammelte Humboldt in den Kollektaneen Materialien in größtenteils eigenhändig beschrifteten Mappen entlang einer individuellen Systematik.6

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Abb. 3 Umschlag aus Humboldts Kollektaneen zum Kosmos mit der Aufschrift „Schwarze Flekke. Löcher? eine Gespenster Welt“. SBB-PK IIIA Nachl. Alexander von Humboldt, kl. Kasten 3a, Umschlag 48r. © SBB-PK

Neben Briefen finden sich in ihnen Zeitungsausschnitte, Publikationsfragmente, eigene und fremde Manuskripte und eine Unmenge an Notizzetteln und Exzerpten. Teils liegen sie lose in den Mappen, teils klebte Humboldt sie zu kunstvollen Manuskriptgebilden zusammen, die verdeutlichen, dass neben Feder und Tinte, Schere und Klebstoff zu den maßgeblichen Schreibwerkzeugen Humboldts zählten. Seine Textproduktion gibt sich hier dem Wortsinn nach als ‚bricolage‘ zu erkennen.

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Abb. 4 Überarbeitetes Diktat zur Geschichte der Weltansicht mit dem Titel: „Erste Epoche. Naturphilosophie der Ionischen und Pythagoreischen Schule“. SBB-PK IIIA Nachl. Alexander von Humboldt, gr. Kasten 8, Nr. 124 Bl. 4-7. © SBB-PK

Unglücklicherweise haben sich die ebenfalls von Humboldt beschrifteten Originalkästen der Kollektaneen nicht erhalten. Ihre Aufschriften und die einstige Ordnung der Mappen und Papiere in ihnen gehen aber aus dem ersten für diesen Nachlassteil geschriebenen Inhaltsverzeichnis hervor.7 Dieses wurde wenige Jahre nach Humboldts Tod, kurz nach der von ihm gewünschten Übergabe der Kollektaneen an die Berliner Sternwarte, geschrieben. Das sogenannte ‚Alte Inhaltsverzeichnis‘ datiert somit noch vor den ersten umfänglicheren Studien, die auf Arbeiten mit diesem Nachlassteil beruhen.8 Die Ordnung der Mappen, die in diesen Inhaltsverzeichnissen festgehalten ist, stimmt mit der heutigen Ordnung des Nachlassteils weitgehend überein. Das erlaubt den Schluss, dass uns zumindest auf der Ebene der Mappen der Nachlassteil in der Humboldt’schen Ordnung vorliegt. Der Übersichtlichkeit wegen kann sein Inhalt im Folgenden nur summarisch wiedergegeben werden.9 Die Kollektaneen enthalten ganze Kästen, die sich einem von Humboldts Spezialgebieten widmen, etwa den großen Kasten 1, der Materialien zum Thema isotherme Linien birgt. In anderen Teilen, wie im kleinen Kasten 3a, lassen sich strukturelle Überschneidungen mit Publikationen erkennen. Die hier liegenden Dokumente zur Astronomie entsprechen den Mappenaufschriften nach der Gliederung des dritten Bandes des „Kosmos“. Zwei der drei Mappen des großen Kastens 6 enthalten zum Teil bereits fortgeschrittene Ausarbeitungen zu einer Publikation, die nie erschienen ist, der zweiten Ausgabe von Humboldts „Essai sur la géographie des Plantes“.10 Neben einem Publikationsplan von der Hand Karl Sigismund Kunths, mit dessen Hilfe Humboldt die Entwürfe erarbeitete, finden sich zahlreiche zusammengeklebte Manuskriptkonvolute und ein gebundenes Heftchen mit Korrekturen der ersten Ausgabe dieser Schrift. Weitere Kästen der Kollektaneen wenden sich einzelnen Themengebieten zu, enthalten aber auch Dokumente und ganze Mappen mit Exkursen in angrenzende Sachgebiete. So zum Beispiel die großen Kästen 4 und 5, die in der Hauptsache Papiere zur Geographie und Geologie beinhalten. Neben diesen finden sich hier auch Materialien zur Ozeanographie, zur Meteorologie, Hypsometrie und zur Wissenschaftsgeschichte. Der große Kasten 11 widmet sich ebenfalls der Geographie und Geologie. Dem Inhalt nach lässt er sich – wie überhaupt die nachfolgenden Kästen – den letzten Bänden des „Kosmos“ zuordnen. Offenkundig liegen hier jene Papiere, die Humboldt zur Fertigstellung des fünften Bandes seines „Kosmos“ nutzen wollte, woran ihn der Tod hinderte. Der große Kasten 12 etwa enthält neben Materialien zur Meteorologie vor allem Aufzeichnungen zur Geographie der Pflanzen, der nachfolgende Kasten 13 Papiere zum Thema ‚Menschenracen‘ und zur Geographie der Tiere. Der Kasten 10 fehlt in der Zählung der Kollektaneen (das ist der Grund, warum der Nachlassteil zwar 14 Nummern, allerdings nur 13 Kästen umfasst). Er enthielt allem Anschein nach Materialien zum „Examen critique“11 und zur Kartographiegeschichte Amerikas. Humboldt vermachte diesen Kasten seinem Mitarbeiter und Sekretär Eduard Buschmann.12 Wir finden seinen Inhalt in dem dritten und letzten hier vorgestellten Bestand wieder, dem in Krakau in der BJ liegenden, sogenannten ‚Nachlass Alexander von Humboldt‘.

Der ‚Nachlass Alexander von Humboldt‘

Der gemeinhin als Nachlass Humboldts bezeichnete Bestand, der heute in der BJ in Krakau liegt, ist allerdings weniger ein echter Nachlass als eine Sammlung, die Arbeitsmaterialien und Briefe wie auch Druckfahnen und Entwürfe Humboldts enthält. Diese Sammlung ist dem Umfang der Dokumente nach etwas kleiner als die Berliner Kollektaneen. Die konkrete Ordnung der Papiere lässt sich hier nur teilweise auf Humboldts Anlage zurückführen. Die ersten vier Bände13 stammen unmittelbar aus Humboldts Hinterlassenschaft. Davon enthalten die Bände 1-3 die Papiere für seine Statistik von Mexiko und Kuba. In der Regel lassen sich die Dokumente dieser Bände in Humboldts „Essai politique sur le royaume de la Nouvelle-Espagne“14 wie auch in seinem „Essai politique sur l’île de Cuba“15 identifizieren. Es handelt sich im Wesentlichen um Manuskripte und Drucksachen, die Humboldt während seiner Archivstudien im Sommer 1803 in Mexiko anfertigte und sammelte.16 Unter ihnen findet sich auch der Teil des Humboldt’schen Reisetagebuchs von Mexiko-Stadt nach Veracruz.17 Andere Dokumente, insbesondre jene, die die Bevölkerungsstatistik, Ökonomie und Sklaverei auf Kuba betreffen, wurden Humboldt größtenteils später zugetragen. Die Mappe „Cuba Nègres“18 enthält daneben den bisher unedierten Tagebuchteil von Humboldts Kubaaufenthalt. Band 4b ist eine gebundene Sammlung, die Arbeiten von Albert Gallatin und Notizen Humboldts zu den Indianerstämmen Nordamerikas enthält (die Nummer 4a und der entsprechende Band existieren im Krakauer Nachlassteil nicht19). In Band 5 bis 12 liegen die Original-Manuskripte und Druckfahnen zu Humboldts „Kosmos“, zu Teilen der „Kleineren Schriften“20 und der dritten Ausgabe „Ansichten der Natur“21 sowie Manuskripte zum „Examen critique“ und auch zum sechsten nicht erschienenen Teil dieses Werks.

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Abb. 5 Umschlag zu Humboldts Materialsammlung der ältesten Ausgaben der Geographie des Ptolemäus. BJ Krakau Nachlass Alexander von Humboldt Bd. 6/2 Bl. 101r.

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Abb. 6 Umschlag und Index der astronomischen Materialsammlung Humboldts für das Examen critique: Das von Humboldt so genannte „kleine astr[onomische] Heft in 8vo“, das er auf seiner letzten Parisreise 1847 zu verfassen begann. BJ Krakau Nachlass Alexander von Humboldt Bd. 6/3 Bl. 148-326.

Alle diese Dokumente stammen – wie auch der Briefwechsel zwischen Humboldt und Buschmann, der die Bände 13 und 14 füllt – aus dem Nachlass Buschmanns. Noch zu Lebzeiten sammelte dieser geradezu obsessiv jedwedes handschriftliche Stück Humboldts. Letzterer überließ ihm – den Angaben Buschmanns folgend – überdies nach Fertigstellung der Arbeiten viele der Werkmanuskripte und Korrekturfahnen seiner späten Werke. Buschmann ordnete diese Papiere, versah sie mit Inhaltsverzeichnissen und Erläuterungen und verschenkte einige von ihnen seinerseits noch zu Lebzeiten. Teile der Krakauer Sammlung erhielt Buschmann allerdings auch unmittelbar als Erbe: Darunter die Materialien zum „Examen critique“, von denen Humboldt offenbar hoffte, dass Buschmann sie veröffentlichen würde.22 Wie die Materialien in den Kollektaneen lassen sich an ihnen noch deutlich die Spuren von Humboldts Arbeitstechniken erkennen.

Als quasi persönliches Andenken vermachte Humboldt Buschmann ferner seine Mitschriften der Vorlesungen August Boeckhs über griechische Altertümer und griechische Literaturgeschichte, die als Supplement beim Band 14 in einem großen Briefumschlag mit Humboldts Aufschrift aufbewahrt werden. Zur Krakauer Humboldt-Sammlung gehört ferner mit Band 15 auch der Briefwechsel zwischen Humboldt und dem Kartographen Heinrich Berghaus. Dieser Briefwechsel gelangte allerdings – wie später noch eingehend dargestellt wird – mehr durch Zufall in die Krakauer Sammlung.23

Verstreute Humboldt-Bestände

Auf andere Humboldt-Bestände wird in der folgenden chronologischen Übersicht der Berliner und Krakauer Humboldt-Nachlassteile nur flüchtig Bezug genommen. Unter ihnen finden sich Dokumente wie etwa Eduard Buschmanns Abschriften aller fünf Bände des „Kosmos“. Buschmann vermachte diese 1866 Napoleon III., weshalb sie heute in der Bibliothèque Nationale de France (BNF) in Paris liegen.24 Ebenfalls über Buschmann aber auf Umwegen gelangte die gedruckte Vorlage für die Übersetzung des Isothermen-Aufsatzes der „Kleineren Schriften“ mit handschriftlichen Anmerkungen Humboldts in die SBB.25 Ein Handexemplar von Humboldts „Essai géognostique sur le gisement des roches dans les deux hémisphères“ wurde bei der Übergabe der Kollektaneen von der Sternwarte an die Preußische Staatsbibliothek (PSB) vergessen und liegt heute im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.26 Von bedeutendem Umfang sind auch die Humboldtiana in verschiedenen Autographensammlungen, die heute in der SBB und in der BJ liegen.

Chronologische Bestandsgeschichte

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Abb. 7 Neben seinen neun erhalten gebliebenen Testamenten verfasste Humboldt auch zahlreiche Verfügungen für einzelne Manuskripte, die er direkt bei diesen ablegte. Etwa die hier gezeigte Verfügung über die „botanischen Reisemanuskripte“ Bonplands in den Kollektaneen zum Kosmos. SBB-PK IIIA Nachl. Alexander von Humboldt, gr. Kasten 8, Nr. 25a. © SBB-PK

1838

Die Geschichte der Nachlässe Humboldts beginnt lange vor seinem Ableben. Im April 1838 verfasste er sein erstes uns bekanntes Testament. Bereits in diesem frühen Dokument finden sich zwei zentrale Verfügungen, die das Schicksal des Humboldt’schen Gesamtnachlasses maßgeblich bestimmen werden: Während er seine gesamte bewegliche Habe inklusive der Bibliothek seinem Kammerdiener Johannes Seifert zunächst testamentarisch zusprach, Ende 1858 dann als Schenkung übergab, vermachte Humboldt seine wissenschaftlichen Papiere der Familie, bestimmte für große Teile als Aufbewahrungsort allerdings die Berliner Sternwarte. Hier sollten sie weiterhin der Wissenschaft zugänglich sein. Den insgesamt neun Nachlassverfügungen Humboldts, die dieser Teilung durchweg entsprechen, lassen sich einige Einzelheiten über den damaligen Zustand der Papiere entnehmen.

Aus einer Disposition vom Juli 1855 etwa geht hervor, dass die „gesammelten Briefe gelehrten Inhalts samt allen gebundenen Manuscripten der Reise […] Herrn [...] Professor Encke“ mit der Bitte zu übergeben seien, sie auf der Sternwarte aufzubewahren. Bereits 1853 hatte Humboldt Johann Franz Encke, damals Direktor der Sternwarte, brieflich darauf aufmerksam gemacht, dass er seine „6-8 grossen Reisejournale (von eigener Hand an Ort u[nd] Stelle geschrieben)“ nun binden lasse, da er sich nicht entschließen könne, „sie wie so vieles andere zu verbrennen […].“27 Die Journale wurden demnach zwischen 1853 und 1855 in jene Form gebracht, in der sie heute im Wesentlichen noch vorliegen. Humboldts sechstes Testament, geschrieben am 18. August 1854 und ergänzt am 15. Oktober 1858, enthält den Passus, dass Eduard Buschmann den „Pappkasten N. X“ (d. i. besagter Kasten 10) der Kollektaneen erhalten soll. In seinem neunten Testament, um 1858 geschrieben, findet sich unter anderem eine Bemerkung darüber, wie mit den Kollektaneen zu verfahren sei. Wie bereits in den vorhergehenden Schriftstücken verfügt Humboldt, dass die nun „gebundenen Reise Journale von America und Sibirien, wie die Magnetica [...] auf die Sternwarte“ kommen sollen und spezifiziert: „Dort wären vielleicht auch alle meine Manuscripte Collectaneen zum Cosmos in 12 oder 13 Pappkästen enthalten, abzugeben“ und bemerkt weiterhin: „Es wäre schade sie zu verbrennen man könnte sie in den Umschlägen lassen, aber sie alle in eine große Kiste packen.“28 Gelegentlich gereicht es eben auch zum Vorteil, nicht alle letztwilligen Verfügungen getreu umzusetzen.

1859

Die Familie Humboldts und sein Sekretär Buschmann erfuhren von der Schenkung an Seifert und damit von der faktischen Teilung des Nachlasses erst durch die Testamentseröffnung am Tag nach Humboldts Ableben. Am 7. Mai 1859 wurde die Schenkungsurkunde durch eine Abordnung des Stadtgerichts in den Wohn- und Arbeitsräumen Humboldts in der Oranienburger Straße 67 verlesen. Wie aus einem Schreiben Eduard Buschmanns an den Verleger Humboldts, Johann Georg von Cotta hervorgeht, reagierte die Familie auf die Testamentseröffnung mit ‚tiefer Betroffenheit‘. Buschmann selbst äußert in diesem und den nachfolgenden Schreiben an Cotta allerdings sein unverhohlenes Misstrauen gegenüber Seifert, von dem er behauptet, er habe die Gunst Humboldts ausgenutzt und sich die Schenkung in dessen letzten Lebensjahren erschlichen.29 Die von der Schenkung dezidiert ausgenommenen wissenschaftlichen Papiere, die weiterhin im Besitz der Familie blieben, die Pappkästen mit den Kollektaneen zum „Kosmos“, der Inhalt der Schubladen des Schreibtisches, zwei Mappen, bzw. wie es später heißt, Kästen mit Briefen und vereinzelt herumliegende Manuskripte, wurden noch während des Ortstermins in Humboldts Schlafzimmer verbracht und dieses versiegelt.30 In den darauffolgenden Wochen und Monaten gab es offenbar verschiedentlich Bemühungen, den Gesamtnachlass Humboldts geschlossen zu erhalten. Balduin Möllhausen, der Schwiegersohn Seiferts stellte Kontakte in die USA her.31 Seifert wandte sich seinerseits an das Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Daraufhin wurde ab Mitte Januar 1860 der Nachlass auf Veranlassung von Moritz August von Bethmann Hollweg von eigens bestellten Gutachtern bewertet.32 Ein Ankauf durch den Staat kam letztlich nicht zu Stande. Welche Gründe dafür verantwortlich sind, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Kurt Müller-Vollmer führt „die Rüstungsausgaben für die bereits antizipierte Auseinandersetzung mit Österreich im Juni 1866“33 als Argument an. Mindestens ebenso wahrscheinlich dürfte sich aber der Skandal um die erst wenige Wochen zurückliegende Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Alexander von Humboldt und Karl August Varnhagen von Ense negativ auf einen Ankauf durch den Staat ausgewirkt haben.34 Mit dem darauf folgenden Verkauf der Bibliothek an Adolf Asher leitete Seifert faktisch die Zersplitterung des Gesamtnachlasses ein.35 Der übrige ‚Kunstnachlass‘ wurde ab dem 17. September 1860 versteigert.36

1866

Von Anfang an wurden die Verhandlungen zum Umgang mit Humboldts Nachlass zu einer öffentlich diskutierten Angelegenheit. Mehrfach wurde in diesem Zusammenhang explizit auf die nationale Bedeutung des Erhalts des Gesamtnachlasses verwiesen.37 Die nationale Vereinnahmung Humboldts spielte, ungeachtet des Varnhagen-Skandals, auch in Bezug auf Buschmanns Nachlasspolitik eine bedeutende Rolle. Einen ersten Höhepunkt erlebte diese in der Öffentlichkeit geführte Debatte 1866. Damals übergab Eduard Buschmann, der hauptberuflich in der Königlichen Bibliothek (KB) tätig war, „als sich durch seine Ernennung zum Offizier der französischen Ehrenlegion eine Gelegenheit anbot“,38 dem französischen Kaiser Napoleon III. die von ihm angefertigten Abschriften aller fünf Bände des „Kosmos“ mit Randbemerkungen Humboldts als Geschenk.39 In Buschmanns Personalakte der KB sind Reaktionen auf diese Schenkung in Zeitungsausschnitten dokumentiert. Sein Vorgehen stieß demnach in Deutschland auf Unverständnis und grobe Ablehnung. Die Berliner National-Zeitung protestierte dezidiert im „Namen des Nationalen Anstandes“ gegen derartige Schenkungen ins Ausland. Das Satiremagazin Kladderadatsch macht sich am 4. März 1866 in einer „ethnologischen Studie“ über „den Buschmann“40 lustig. In einem weiteren diffamierenden Zeitungsausschnitt wird Eduard Buschmann abgesprochen, „ein geborener Magdeburger“ zu sein, da er angeblich auf einer Reise seiner Eltern zwischen „Bunzlau nach Liegnitz […] das Licht der Welt erblickt, und die Nothtaufe in der letzteren Stadt erhalten“ habe.41 In einer Erklärung, abgedruckt im Beiblatt 104 der Berliner National-Zeitung vom 3. März 1866, beteuert Buschmann, die Manuskripte durch „Schenkung an hohe Fürsten bei meinen Lebzeiten vor der Verschacherung“ zu bewahren, „welche mit anderem Nachlaße desselben geübt ist“.42 Eine in dieser Erklärung erwähnte Schenkung der Druckbogen des „Kosmos“ an den mexikanischen Kaiser kam letztlich aufgrund von dessen gewaltsamer Absetzung nicht zu Stande. Humboldts Original-Manuskripte des „Kosmos“ schenkte Buschmann indes 1869 Wilhelm I., der sie seinerseits der KB übergab. Unter dem Datum des 28. Januar 1870 listet das Akzessionsjournal den Zugang auf. Das Verzeichnis der Nachlässe und Sammlungen informiert, dass es sich um den „Entwurf des Kosmos auf einzelnen Blättern, später zum Druck ausgearbeitet und verändert“ handelt, „Humboldts Originalhandschrift mit Inhaltsbezeichnungen von Prof. Buschmann. In 5 Mappen geordnet und in einem Metallkasten aufbewahrt“.43 Die Dokumente liegen noch heute in besagtem Metallkasten. Die fünf Mappen mit den Originalmanuskripten werden von einem Exemplar des ersten Bandes der Erstausgabe des „Kosmos“ begleitet. Diese Zusammenstellung wird als Band 5 der Krakauer Humboldt-Sammlung geführt.

1868

Entsprechend Alexander von Humboldts Bestimmungen wurden bereits zwei Jahre zuvor, 1868, die Papiere zur Statistik von Mexiko und Kuba und der Band mit den Manuskripten von Albert Gallatin durch Hermann von Humboldt der KB überreicht. Es handelt sich bei diesen Materialien um die Bände 1-4b der Krakauer Sammlung. Die ersten drei Bände wurden in drei eigens angefertigten Kästen mit der Aufschrift „Alexander von Humboldt Vermächtnis 18. August 1854“ untergebracht und von Georg Heinrich Pertz mit einer einleitenden Note versehen.

Ebenfalls 1868, am 21. Februar, fand in der Dorotheenstraße 30 bei Notar Aurel Holthoff eine Verhandlung zwischen Gabriele von Bülow, Hermann von Humboldt und dem damaligen Direktor der Berliner Sternwarte, Wilhelm Foerster statt. Damals wurde über die Zukunft eines Großteils der wissenschaftlichen und literarischen Papiere entschieden. Gegenstand der Verhandlung waren allerdings weniger die Papiere selbst als die verschiedenen Testamente Humboldts. Laut Protokoll wird festgestellt, dass sich aus dessen zahlreichen und teils widersprüchlichen Verfügungen sein letzter Wille nicht rechtsverbindlich ableiten lasse. Allerdings fühlten sich die Verwandten gedrängt, aus „Pietät gegen das Andenken ihres berühmten Vorfahren und aus Interesse der Wissenschaft […] die ausgesprochenen Wünsche, soweit sie dieselben, unter sich in Einklang zu bringen im Stande gewesen sind, […], zur Ausführung zu bringen“.44 Im Ergebnis werden die Kollektaneen zum Kosmos Wilhelm Foerster zur Aufbewahrung auf der Sternwarte mit der Auflage übergeben, einen Katalog der Papiere anzufertigen. Bei diesem handelt es sich um jenes „Alte Inhaltsverzeichnis“, das heute bei dem Berliner Nachlassteil Alexander von Humboldt verwahrt wird. Hier findet sich auch das Protokoll der Übergabe der Kästen an die Sternwarte von der Hand Gabriele von Bülows und ein 1882 von F. Ascherson angefertigter Revisionsbericht, der angesichts einer Durchsicht der Kollektaneen verfasst wurde. Bülows Schreiben listet die einzelnen Kästen mit ihren Titeln auf. Aus dem Schreiben geht auch hervor, dass die Familie nicht allein die Kollektaneen sondern zusätzlich ‚vier Pakete‘ und ‚ein Buch‘ zur Aufbewahrung auf die Sternwarte gaben. Bei dem Buch handelte es sich um Humboldts Handexemplar seines „Essai géognostique sur le gisement des roches dans les deux hémisphères“.45 Auf dem Vorsatz notierte er 1853: „Dieses Buch, die Kindheit der Geognosie und viel Unruhe des Geistes characterisierend wird, mit meinen Reisetagebüchern, Magneticis und Astronomicis auf die Sternwarte nach meinem Tode gebracht.“46 Die vier Pakete wurden, dies geht aus dem Revisionsberichts von Ascherson hervor, zwischen 1868 und 1882 in den großen Kasten 2 der Kollektaneen gelegt. Sie gehören demnach nicht integral zum Bestand der Kollektaneen.47 In Bezug auf die Reisetagebücher konnten sich die Angehörigen allerdings nicht entschließen, Humboldts Wünschen zu entsprechen. Während er sie gleichermaßen zur Aufbewahrung auf der Sternwarte bestimmt hatte, entschieden sich Bülow und Hedemann dazu, sie weiterhin auf Schloss Tegel zu archivieren.

1884

Den nächsten Zugang verzeichnete die KB 1884. Damals wurde der Briefwechsel des im selben Jahr verstorbenen Kartographen Heinrich Berghaus mit Humboldt aus den Jahren 1825-1855 übergeben. Dieser wurde separat aufgestellt. Noch in den sehr viel später infolge der kriegsbedingten Auslagerungen während des zweiten Weltkriegs angelegten Akten sind diese Briefe als besondere „Kapsel“ genannt. Dass sie heute als Band 15 der Krakauer Humboldt-Sammlung geführt werden, ist ein Effekt der Auslagerung, auf die später näher eingegangen wird.

1893

Der umfänglichste Teil des Krakauer Bestandes gelangte im Frühjahr 1893 auf Umwegen in die KB. Er stammt aus dem Nachlass Eduard Buschmanns, der 1880 gestorben war. Buschmanns Humboldt-Sammlung bestand aus dem bereits mehrfach erwähnten Kasten 10, Korrekturfahnen zu allen späten Publikationen Humboldts, den Mitschriften Boeckhs und dem äußerst umfangreichen Briefwechsel Buschmanns mit Humboldt aus den Jahren 1833-1858. Offenbar hatte die Witwe Buschmanns, Bertha Buschmann, einige Schwierigkeiten die Sammlung zu veräußern. Zunächst lässt sie die Papiere 1881 mitsamt dem Nachlass ihres Mannes durch das Berliner Auktionshaus J. A. Stargard anbieten. Die KB erwirbt damals zwar zahlreiche Bücher aus dem Nachlass Buschmanns, nicht aber die Papiere Alexander von Humboldts, was über die damalige Einschätzung des Wertes von Humboldt-Autographen spekulieren lässt. 1882 versucht Bertha Buschmann vergeblich, die Nachfolger der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung zum Ankauf zu bewegen. Letztlich gelangten die Papiere auf bisher nicht ganz geklärtem Wege in die Königliche Universitätsbibliothek. Von hier wurden sie mitsamt allen übrigen Handschriftenbeständen der Universitätsbibliothek unter dem Direktorat Wilhelm Ermans 1893 an die KB abgegeben und als Bände 6-14 beim so genannten „Nachlass Alexander von Humboldt“ aufgestellt.48 Er war damit, so wie er heute in der BJ Krakau liegt, vollständig. Allerdings waren die Papiere lediglich eingeschränkt benutzbar. Im Briefwechsel zwischen Erman und dem damaligen Direktor der KB August Wilmanns wird auf einen Ministerialerlass vom 10. September 1888 hingewiesen, in dem verfügt wurde, dass „die fraglichen Manuskripte und Schriftstücke“ Humboldts „unter sicherem Verschluss gesondert aufzubewahren sind“ und die „literarische Verwertung und sonstige Benutzung dieses handschriftlichen Nachlasses“ lediglich mit Genehmigung des Ministeriums erlaubt sei.49

Die seit 1868 auf der Sternwarte liegenden Kollektaneen führten ein ruhigeres Dasein: Wie es scheint, lagen sie dort, abgesehen von den Durchsichten für die von Karl Bruhns herausgegebene wissenschaftliche Biographie Humboldts recht unberührt. Im Revisionsbericht von 1882 ist lediglich zu lesen, dass die „Sachen […] im Ganzen mit den vorgefundenen Verzeichnissen“ übereinstimmen, allerdings „in Kasten 7 […] ein Brief mit Nr. 44 bezeichnet“ fehle, wie auch einige „Boeckhiana, welche vor der Nummerierung bereits fehlten und zum Theil schon in den Verzeichnisen mit Bleistift als fehlend bezeichnet sind […].“50 Die abhanden gekommenen Dokumente lösten eine Anfrage an Bruhns aus, dem für die Abfassung der Humboldt-Biographie offensichtlich Materialien aus dem Nachlassteil zugesandt wurden. In seiner aus Leipzig gesendeten Antwort vom 30. Mai 1882 berichtet dieser zwar, er habe eine „großen Mappe gefunden mit der Aufschrift „Atlas zur Entdeckungsgeschichte Amerikas“,51 in der Karten, Entwürfe und Briefe Humboldts lagen, nicht aber die fehlenden Briefe von Boeckh.

Über den Verbleib dieser Briefe wie über die nachfolgende Nutzung der Kollektaneen ist bisher nichts bekannt. Um 1913 machten sie den Umzug der Sternwarte von Berlin nach Babelsberg mit und das nächste Datum an dem sie in den Akten der Sternwarte auftauchen, liegt um den Jahreswechsel 1931/32.

1932

Damals stellt der Theaterkritiker und Journalist Paul Alfred Merbach, der 1927 eine für die Jugend bearbeitete Anthologie der „Relation historique“ herausgegeben hatte, eine Anfrage, die Bewegung in die Geschichte der Kollektaneen zum „Kosmos“ brachte. Zunächst wollte Merbach von dem Humboldt-Erben Reinhold von Heinz wissen, ob dieser von einer Korrespondenz zwischen Justus Christian Loder und Alexander von Humboldt Kenntnis habe und diese sich unter Umständen auf Schloss Tegel befinde. Von Heinz verweist in seiner Antwort vom 4. Januar 1932 Merbach mit seiner Anfrage an die Sternwarte, an die dieser sich am 20. November 1932 wendet. Paul Guthnick, der damalige Direktor der Sternwarte, antwortet ihm: „Wir haben hier eine ziemlich große Korrespondenz zwischen Humboldt und verschiedenen anderen Gelehrten, ob auch solche mit Loder, kann ich nicht ohne weiteres feststellen. Der Nachlass ist nicht geordnet und es ist schwierig und zeitraubend, ihn durchzusehen. Vielleicht könnten Sie ihn gelegentlich selbst einer Durchsicht unterziehen? Ich würde Ihnen das gerne ermöglichen.“52 Merbach nahm diese Gelegenheit war und sah den Nachlassteil durch, was zwar nicht für sein Anliegen, aber für das weitere Schicksal der Kollektaneen fruchtbar wurde. Aus einem Anfang März 1932 an Guthnick gerichteten Dankesschreiben geht hervor, dass Merbach „mit Herrn Prof. Dr. Erich Stenger von der Dokumentensammlung Darmstaedter der Staatsbibliothek gesprochen“53 habe und dieser sehr gern bereit sei, die Humboldtiana in Verwahrung zu nehmen. Merbach taucht in der sich im Folgenden entspinnenden Korrespondenz zwischen Paul Guthnick, Reinhold von Heinz und dem damaligen Leiter der in der PSB angesiedelten Dokumentensammlung Darmstaedter Erich Stenger, nicht mehr auf. Gut ein halbes Jahr später vermacht von Heinz der Dokumentensammlung und damit der PSB Humboldts Kollektaneen als Schenkung. Am 5. August 1932 berichtet Stenger an von Heinz, dass die Kisten in der Bibliothek eingetroffen sind. Am 31. März 1933 werden die Kollektaneen als 30. Posten des Jahres im Akzessionsjournal der Sammlung Darmstaedter vermerkt. Nicht unter den Dokumenten war damals jedoch Humboldts „Essai géognostique sur le gisement des roches dans les deux hémisphères“, der auf der Sternwarte verblieb und mit der Übergabe von deren Archiv in das der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gelangte, wo er, inzwischen restauriert, heute noch liegt.

Mit der Schenkung an die Dokumentensammlung waren damit zum ersten und bis heute einzigen Mal große Teile der von Humboldt hinterlassenen Papiere in derselben Institution, wenngleich in verschiedenen Beständen aufbewahrt: Dieser Zustand sollte, am Vorabend der sogenannten Machtergreifung der Nationalsozialisten, freilich nur kurze Zeit anhalten. Die Auslagerungen der PSB begannen 1939, gleich nach Kriegsbeginn und noch vor den ersten Bombenangriffen auf Berlin. Einzelne als sehr wertvoll eingestufte Bestände wurden im Panzerkeller des Reichswirtschaftsministeriums deponiert. 54 Allem Anschein nach befanden sich hierunter jedoch keine Humboldt-Autographen. Vermutlich wurden sie wie andere Sonderbestände zunächst innerhalb des Hauses der Staatsbibliothek umgestellt und in als sicher eingestuften Magazinen untergebracht. Ab 1941 wurden diese Bestände sukzessive an Orte außerhalb Berlins verbracht. Um Totalverluste möglichst zu vermeiden, erfolgten die Auslagerungen bewusst dezentral in insgesamt 29 Depots in den Westen und Osten des Deutschen Reiches und der besetzten Gebiete. Unter den 220 Bücherkisten, die im September 1941 mit als erste aus Berlin heraus in das Kloster Banz nach Oberfranken gelangten, waren 75 Kisten der Handschriftenabteilung, darunter die Dokumentensammlung Darmstaedter und in dieser Humboldts Kollektaneen zum „Kosmos“. Der „Nachlass Alexander von Humboldt“ kam später, mit einem der vorerst letzten Sammeltransporte von Handschriften im Oktober und November 1941 nach Schloss Fürstenstein in Schlesien.55 Auf Anordnung der Breslauer Gauleitung mussten die Kisten im Juli 1944 in die Abteikirche der Benediktinerabtei Grüssau umgelagert werden, wo sie sich bis zum Sommer 1946 befanden.

Nach 1945

Damit waren die kurzfristig in der Staatsbibliothek vereinten Bestände erneut getrennt. Sie lagen nun in räumlich weit voneinander entfernten Gebieten auf den Territorien der jeweiligen alliierten Truppen und teilten von nun an das Schicksal der europäischen Nachkriegsordnung. Bereits am 11. April 1945 erreicht die US-Armee Banz. Die dort gefundenen Kisten inklusive Humboldts Kollektaneen gelangten im November 1946 zunächst in den ‚Bamberg Sub-Collecting-Point‘ und im März 1947 in den ‚Central Collecting Point Munich‘, der in der Arcisstraße 10, dem einstigen Domizil der Reichsabteilung der NSDAP, untergebracht war. Es wurde daran gedacht, die Kisten aus Banz nach Wiesbaden in den ‚Central Art Collecting Point‘ aller Berliner Museumsbestände zu bringen.56 Seitens der Öffentlichen Wissenschaftlichen Bibliothek, der ersten Nachfolgeorganisation der PSB in Ost-Berlin, wurden 1947 Anstrengungen unternommen, die Bestände zurückzuerlangen. Letztlich entschieden die amerikanischen Militärbehörden jedoch noch 1947, die Kisten zu den Beständen der Folgeinstitution der PSB in der BRD, der Westdeutschen Bibliothek, nach Marburg zu verbringen. Von dort gelangten sie 1965 nach West- Berlin, wo sie zunächst mit allen anderen Beständen der Handschriftenabteilung im Gebäude des Geheimen Staatsarchivs in Dahlem untergebracht waren. Ende der 60er Jahre wurde hier von Marianne Klar und Ernst Kreuzer auf Basis des „Alten Inhaltsverzeichnisses“ der lange Jahre gültige maschinenschriftlich abgefasste Katalog verfasst, der nach der Jahrtausendwende in das Datenbanksystem Kalliope eingepflegt und in Teilen ergänzt wurde.

Die in Grüssau gelagerten Bestände blieben bis Anfang Mai 1946 in der dortigen Klosterkirche. Die sowjetischen Truppen, die 1945 durch Grüssau zogen, scheinen die Kisten nicht bemerkt zu haben. Noch im selben Jahr wurden sie von polnischen Wissenschaftlern und Bibliothekaren entdeckt und Anfang August des nächsten Jahres nach Krakau gebracht. Bereits im Dezember 1948 war der größte Teil des nach Grüssau verlagerten Bestandes der PSB in Krakau in der BJ greifbar, darunter auch der „Nachlass Alexander von Humboldt“. Bereits kurz nach dem Krieg gab es Hinweise auf den Verbleib der in Grüssau eingelagerten Handschriften. Gleichwohl wurde gemutmaßt, sie seien während des Krieges vernichtet worden. Kurzzeitig wurde seitens der polnischen Behörden 1957 in Erwägung gezogen die Bestände nach Berlin zurückzuführen, was bekanntlich nicht erfolgte. Die offiziellen Stellen dementierten ihre Existenz in Polen aber noch bis Mitte der 1970er Jahre. Einige Musikhandschriften wurden 1977 während eines Besuchs von Edward Gierek der Deutsche Staatsbibliothek geschenkt. Im gleichen Jahr übersandte die DSB Kopien der Listen der nach Grüssau verlagerten Bestände an die BJ. Ab 1979 wurden die Bestände zunächst für ausgewählte, ab 1981 schließlich für alle Wissenschaftler zugänglich gemacht.57 In den Jahren 1981 bis 1984 wurden zudem „sogenannte Fehllisten zu Teilen der Berliner Sammlungen“58 aus Krakau nach Berlin gegeben, aus denen der Umfang und die Verluste an Handschriften in Krakau hervor gingen.

Unter den nach Grüssau verlagerten Beständen waren neben dem „Nachlass Alexander von Humboldt“ weitere, die Humboldtiana enthielten, die heute in der BJ liegen. So auch die Autographensammlung Karl August Varnhagen von Enses und die Sammlung Autographa, in der sich unter anderem das Fragment von Humboldts erstem Reisetagebuch befindet, dass er auf seiner 1790 zusammen mit Georg Forster unternommenen Reise nach England schrieb.

Über das Schicksal der Tagebücher bei Kriegsende, sowohl derjenigen der amerikanischen wie der russischen Reise, ist aus der Literatur und den Archiven wenig Genaues zu erfahren. Karl Bruhns berichtet 1872 im Vorwort seiner Humboldt-Biographie, dass Gabriele von Bülow die „Benutzung der während der amerikanischen und asiatischen Reise geführten Tagebücher und aller von ihr aufbewahrten Briefe Humboldt’s“59 gestattete. Offenbar lagen die Tagebücher also damals in Tegel und wie es scheint, war dies auch noch bei Einmarsch der Truppen der Roten Armee im Frühjahr 1945 der Fall. Sie wurden mit weiteren Kulturgütern in die Sowjetunion gebracht, wo sie in Moskau in der Lenin-Bibliothek aufbewahrt und wie es scheint erstmals foliiert wurden. Am 7. Januar 1957 erklärten sich die Sowjetunion und die DDR bereit gegenseitig, Kulturgüter, Kunstwerke, und Archivmaterialien die während des Krieges – wie es in den entsprechenden Dokumenten wiederholt heißt – ‚sichergestellt und von der Roten Armee vor der Zerstörung bewahrt wurden‘, auszutauschen. Mit einem der ersten Transporte gelangten bereits am 30. September 1957 Handschriften und Nachlässe aus dem Besitz der ehemaligen PSB, die nach Schloß Gauernitz (Sachsen) ausgelagert waren, in die DSB nach Ost-Berlin. In einer im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA) angefertigten Liste „der Originaltexte, die zur Rückgabe an die Deutsche Demokratische Republik bestimmt sind“, findet sich unter Punkt 10 der „Archivfonds von Alexander und Wilhelm von Humboldt aus dem sog. Schloß Tegel“60 der 34 Mappen umfasste. Ob sich hierunter die Tagebücher befanden, geht aus den Akten des MfAA nicht hervor, ist aber wahrscheinlich. Jedenfalls gelangten die Tagebücher mitsamt anderen hier aufgeführten Beständen in die DSB: Am 25. November 1959 wurden die Reisetagebücher Alexander von Humboldts mit dem Vermerk „Dez. 1957/ Jan. 1958 aus der Sowjetunion zurückgeführt“ unter der Nummer 20.1959 und mit dem Vermerk: „Herkunft ungewiss“ in das Akzessionsjournal eingetragen und damit faktisch als Eigentum der Bibliothek deklariert.61 Nach der Wiedervereinigung wurden sie an die eigentlichen Eigentümer, die Familie von Heinz zurückgegeben. Bekanntlich konnte die SBB die amerikanischen Tagebücher 2013 erwerben.

Anmerkungen zu den Autographensammlungen der SBB

Die Geschichte der weiteren Sammlungen der SBB, die Humboldtiana enthalten, ist nicht weniger komplex als die der bisher geschilderten Nachlassteile.

Die Sammlung des Generals Joseph von Radowitz kam 1864 in die KB, sie wurde zusammen mit anderen, kleineren vorher und nachher erworbenen Autographensammlungen zum Grundbestand der „Sammlung Autographa“ der KB. Diese „Sammlung Radowitz“ mit ihren über 13.000 Dokumenten aus den verschiedensten Gebieten der Wissenschaft und Kultur enthielt, als sie in die Bibliothek gelangte, bereits eine Fülle von Humboldt-Korrespondenz sowie einige seiner Manuskripte.62

Karl August Varnhagen von Ense stand als enger Freund Humboldts selbst in regem Briefverkehr mit diesem und konnte allein deshalb eine Fülle von Humboldt-Briefen in seine Sammlung einreihen. Humboldt wiederum schenkte ihm für seine Sammlung Briefe, die er selbst nicht verwahren wollte, darunter seine Korrespondenz mit Goethe63. Ferner fertigte Karl August Varnhagen von Ense von zahlreichen Schreiben Humboldts Abschriften an, die er gleichfalls in seiner Autographensammlung archivierte. Die aus der Sammlung Radowitz hervorgegangene Sammlung Autographa und die Sammlung Varnhagen befinden sich heute auf Grund der kriegsbedingten Auslagerungen in der BJ in Krakau.

Als die PSB 1907 die Autographensammlung des Industriellen Ludwig Darmstaedter geschenkt bekam, dessen Sammelschwerpunkt die Geschichte der Wissenschaften war, fügte sie fortan in diese Sammlung Briefe aus Wissenschaftlernachlässen ein. Die Kollektaneen Humboldts wurden damals – wie oben geschildert – glücklicherweise nicht zerpflückt, sondern in der übernommenen Ordnung belassen. Es wurden keine Briefe aussortiert. Die kleinen Kästen 1a, 1b und 2, die dem Humboldt-Nachlassteil in der Sammlung Darmstaedter zugeordnet wurden, enthalten Briefe und Briefabschriften von Humboldt und sind Einzelerwerbungen der Jahre 1912-1936. Einzeln erworbene, an Humboldt gerichtete Briefe hingegen, wurden in die Systematik der Sammlung Darmstaedter verteilt.

In vielen weiteren der über 1.500 Nachlässe der SBB finden sich Briefe Humboldts, stammen diese Nachlässe doch zu einem Teil auch von seinen Korrespondenzpartnern. Um nur einige zu nennen, lassen sich Humboldt Autographe in den Nachlässen der Brüder Grimm, dem von August Boeckh, Adelbert von Chamisso, Emil Du Bois-Reymond, Louis de La Foye und weiteren finden.

Noch heute werden sehr häufig Humboldt-Autographen auf dem Autographenmarkt angeboten. Wenn der Inhalt interessant und wichtig ist, kann die Bibliothek diese Stücke erwerben. Sie werden dann Teil der seit 1945 in der Bibliothek für eben solche separaten Erwerbungen angelegten Autographensammlung „Autogr. I“. Jüngst erhielt diese einen Zuwachs durch die Erwerbung eines Notizzettels Humboldts u. a. mit Exzerpten aus Friedrich Wilhelm Joseph Schellings „Abhandlung über die Quelle der ewigen Wahrheiten“, publiziert 1850.64

Abb8.jpg

Abb. 8 Humboldts Adressbüchlein. Ende des Buchstabens K. SBB-PK IIIA Nachl. 480 (Sammlung Runge). ©bpk/ SBB-PK/ Carola Seifert

Ein Zufall bescherte der Bibliothek die Möglichkeit, Briefe und schließlich das wunderbare Adressbüchlein Humboldts aus der ehemaligen Sammlung Runge zu erwerben: Arthur Runge besaß vor 1945 die womöglich interessanteste Humboldt-Sammlung seiner Zeit. Dass einzelne Stücke aus dieser Sammlung, die man in den letzten Kriegstagen vollständig verbrannt gewähnt hatte, in den 70er Jahren in die DSB gelangten, und dass wiederum die Erben Runges diese Stücke identifizieren konnten, endete in dem Ankauf des noch in Familienbesitz verbliebenen Adressbüchleins.65

Schlussbemerkung

Die Geschichte der hier vorgestellten Bestände spiegelt die Komplexität der Umstände wider, unter denen sich verschiedene Humboldt-Nachlassteile und Sammlungen bis heute erhalten haben. Wie dies eingangs bereits benannt wurde, haben diese Umstände entscheidende Auswirkungen auf den Quellenwert der Dokumente. Einige der vorgestellten Nachlassteile, wie die Tagebücher, die Kollektaneen und Teile der Krakauer Sammlung gehen ihrer Anlage und Ordnung nach auf Humboldt zurück. Neben einer auf den Inhalt konzentrierten Beurteilung lassen sich an ihnen Rückschlüsse, etwa auf Humboldts Arbeitstechniken, auch aus ihrer äußeren Erscheinung ableiten. Dies gilt freilich nicht für jene Sammlungen, die nach Humboldts Ableben aus Einzelerwerbungen, oder aus anderen Nachlässen zusammengestellt wurden. Sie weisen weit eher auf spezifische, selbst bereits historisch gewordene Archiv- und Sammelpraktiken hin.

Die Problematiken, die sich für die Rezipienten im Falle Humboldts ergeben, sind die, dass die Grenzen zwischen ‚Nachlassteil‘ und ‚Sammlung‘ zuweilen mitten durch die Bestände verlaufen. Deutlich zu sehen ist dies an der Nachlassgeschichte der Krakauer Humboldt-Sammlung. Die Benutzung und Forschung mit und an den Archivalien wurde zudem durch die räumliche Trennung der Bestände bedeutend erschwert. Die gemeinsame Erschließung und digitale Veröffentlichung der Bestände der SBB und der BJ kann so als ein wichtiger Schritt und überhaupt als höchst erfreuliche und über Erwarten glückliche Entwicklung gewertet werden.

Dieser Beitrag entstand im Kontext des mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts „Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher“ (01UO1302A, 01UO1302B) der Universität Potsdam und der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.

1 Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf Humboldts ‚papierne Hinterlassenschaften‘. Außen vor bleiben der sogenannte Kunstnachlass, sowie sonstige Artefakte, die auf verschiedenen Wegen in nationale und internationale Sammlungen gelangt sind. Einen Überblick der Geschichte des Kunstnachlasses bietet Peter Schoenwaldt. Vgl.: Schönwaldt, Peter: Das Schicksal des Nachlasses Alexander von Humboldts. In: Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz 1969. Köln; Berlin, 1970. S. 101-148. Überblicksdarstellungen der Geschichte der handschriftlichen Hinterlassenschaft finden sich u. a. in folgenden Beiträgen: Krause, Friedhilde: Alexander von Humboldt und die Königliche Bibliothek. In: Rund um die Bibliothek. Gesammelte Aufsätze und Studien. Hg. von Friedhilde Krause und Antonius Jammers. Berlin, 1998. S. 118-131. – Leitner, Ulrike (Hg.): Alexander von Humboldt. Von Mexiko-Stadt nach Veracruz. Tagebuch. Berlin, 2005. S. 8-10. – Dies.: Die Tagebücher Alexander von Humboldts. Abbild der Vielfältigkeit der Natur. In: Alexander von Humboldt y la actualidad de su pensamiento en torno a la naturaleza. Hg. v. Irene Prüfer Leske. Bern, 2009. S. 85-106. – Dies.: „Bücher haben kein Leben ohne Öffentlichkeit“. Alexander von Humboldts Wirken auf einem Nebenschauplatz der Wissenschaften. In: Alexander von Humboldt in Berlin. Sein Einfluß auf die Entwicklung der Wissenschaften. Hg. von Jürgen Hamel u. a. Augsburg, 2003. S. 253-280. – Dies.: Alexander von Humboldts geowissenschaftliche Werke in Berliner Bibliotheken und Archiven. In: Berichte der Geologischen Bundesanstalt (Wien) 35 (1996) S. 259-264. Leitner spricht in letzterem Artikel unter anderem auf ein Korrekturexemplar der „Kleineren Schriften“ an. Es befindet sich heute, neben zwei von Buschmann annotierten Bänden des „Kosmos“, in der Kartenabteilung der SBB-PK (Vgl. hierzu: Fiedler, Horst und Ulrike Leitner: Alexander von Humboldts Schriften – Bibliographie der selbständig erschienenen Werke. Berlin, 2000. S. 367-369.) Das Exemplar der „Kleineren Schriften“ stammt aus dem Besitz der Gesellschaft für Erdkunde. Eine genaue Untersuchung der Provenienz dieses Exemplars steht noch aus. Ebenso die Untersuchung der Humboldt-Nachlassteile, die sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befinden, darunter etwa die interessante Sammlung von Magda Maria Hug.

2 So sieht es auch Ingeborg Schnelling-Reinicke im Vorwort ihres Kataloges des kleinen Alexander von Humboldt-Bestandes des Geheimen Preußischen Staatsarchivs zu Berlin. Vgl.: GStA PK, VI. HA Familienarchive und Nachlässe, Nl. Alexander von Humboldt (Vorwort).

3 Vgl.: Das BMBF-Verbundprojekt der Universität Potsdam und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz: Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher. http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/ (gesehen 13.8.2015).

4 Humboldt, Alexander von: Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. 5 Bde. Tübingen; Stuttgart, 1845-1862.

5 Die Einteilung der Kästen geht auf Humboldt zurück und wurde bei der Aufstellung des Nachlassteils beibehalten. Ein Kasten bildet demnach eine archivalische Einheit, aus der sich die Signatur ableitet. Physisch besteht ein ‚Kasten‘ jedoch (je nach Umfang der in ihm enthaltenen Dokumente) aus bis zu drei Archivkästen. Der Gesamtnachlass Humboldts hat daher einen Umfang von 28 Archivkästen. Jedes Dokument der Kollektaneen ist mit der Akzessionsnummer der Sammlung Darmstaedter (acc. Darmst.) 1932.30 gestempelt. Den Kollektaneen beigeordnet sind zwei weitere Kästen mit Humboldtiana (die so genannten kleinen Kästen 1a und 1b sowie der kleine Kasten 2). Sie enthalten Briefe und Briefabschriften von Humboldt an verschiedene Empfänger unter unterschiedlichen Akzessionsnummern. Dieser Teil gehört demnach zwar nicht integral zu den Kollektaneen zum „Kosmos“, wird ihnen aber beigeordnet, weshalb der ‚Nachlass Alexander von Humboldt‘ der SBB folglich aus 31 Archivkästen besteht. Streng genommen müsste ein weiterer Kasten hinzugezählt werden: Er enthält das „Alte Inhaltsverzeichnis“, sowie Dokumente, die die Übergabe der Kollektaneen an die Berliner Sternwarte 1868 und seine Revision 1882 betreffen. Diese Dokumente gelangten mit den Kollektaneen 1932 in die Staatsbibliothek und wurden gleichfalls mit der Akzessionsnummer 1932.30 gestempelt.

6 Auf den Umstand, dass die Kollektaneen lediglich punktuelle Systematiken aufweisen, hat bereits Petra Werner aufmerksam gemacht. Vgl.: Gentz-Werner, Petra: Himmel und Erde. Alexander von Humboldt und sein Kosmos. Berlin, 2004. S. 167-170.

7 Vgl.: SBB PK IIIA Nachlass Alexander von Humboldt (Altes Inhaltsverzeichnis).

8 Einer der ersten Forscher, der mit den Kollektaneen zum „Kosmos“ arbeitete, war Alfred Dove. Er beschrieb für die 1872 erschienene dreibändige „Wissenschaftliche Biographie Alexander von Humboldts“ den letzten Lebensabschnitt Humboldts. Darin stellt er die Nachlassstruktur, wie er sie aufgefunden hat, erstmals vor und setzt sie mit Humboldts schriftstellerischer Praxis in Beziehung. Vgl.: Dove, Alfred: Alexander von Humboldt auf der Höhe seiner Jahre. In: Karl Bruhns: Alexander von Humboldt. Eine wissenschaftliche Biographie. Bd. 2. Leipzig, 1872. S. 95-484. Hier S. 425-426.

9 Ein weiterer summarischer Überblick findet sich in: Gentz-Werner: Himmel und Erde. S. 168-169.

10 Humboldt, Alexander von: Essai sur la géographie des plantes, accompagné d’un tableau physique des régions équinoxiales. Paris; Tübingen, 1807. Zur nicht erschienenen zweiten Ausgabe vgl.: Fiedler: u. Leitner: Alexander von Humboldts Schriften. S. 240-242.

11 Humboldt, Alexander von: Examen critique de l’histoire de la géographie du nouveau continent, et des progrès de l’astronomie nautique aux quinzième et seizième siècles. 5 Bde. Paris, 1836-1839.

12 Vgl. den Artikel N.N.: Der litterarische Nachlaß Alexanders v. Humboldt. In: Außerordentliche Beilage zur Nr. 328 der Allgemeinen Zeitung, 24. November 1859, S. 5369-5370. Der Artikel, der ohne Autorennennung erschien, ist aller Wahrscheinlichkeit nach von Buschmann selbst verfasst. Er beschreibt darin sehr detailliert die verschiedenen Abteilungen des handschriftlichen Nachlasses Humboldts, darunter auch den Inhalt des Kastens 10. Dieser Beschreibung folgend dürfte sich der Inhalt des Kastens 10 heute in Band 9/1 und in Band 10 der Krakauer Sammlung befinden. Zur Biographie Buschmanns Vgl.: Ringmacher, Manfred: Eduard Buschmann und Wilhelm von Humboldt: Wörterbuch der mexicanischen Sprache. Hrsg. v. Manfred Ringmacher. Paderborn u. a., 2000. Vgl. auch: Rohde, Renate: Karl Eduard Buschmann – Mitarbeiter der Brüder Humboldt und Bibliothekar an der Königlichen Bibliothek zu Berlin. In: Studien zum Buch- und Bibliothekswesen Bd. 7. Hg. v. Friedhilde Krause und Hans-Erich Teigte. Leipzig, 1989. S. 54-72. Vgl. auch: Thiemer-Sachse, Ursula: Die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt und Eduard Buschmann. In: Wilhelm von Humboldt und die amerikanischen Sprachen – Internationales Symposium des Ibero-Amerikanischen Instituts PK. Hg. v. Klaus Zimmermann. Paderborn; München, 1994. S. 257-268.

13 Die Bezeichnung ‚Band‘ ist als Synonym zu ‚Kasten‘ zu verstehen.

14 Das trifft auf die verschiedenen Ausgaben dieses Werkes zu. Zum Teil lassen sich die Materialien jedoch lediglich in der Neuausgabe von 1825-1827 nachweisen. Vgl.: Humboldt, Alexander von: Essai politique sur le royaume de la Nouvelle-Espagne. 5 Bde. Paris, 1811. – Ders.: Essai politique sur le royaume de la Nouvelle-Espagne. 5 Bde. Paris, 1825-1827.

15 Humboldt, Alexander von: Essai politique sur l’Ile de Cuba. 2 Bde. Paris, 1826.

16 Vgl. hierzu: Leitner, Ulrike: Über die Quellen der mexikanischen Tafeln der „Ansichten der Kordilleren“ im Nachlass Alexander von Humboldts. In: HiN 20 (2010) S. 121-134. Hier: 123-125. https://www.uni-potsdam.de/romanistik/hin/pdf/hin20/hin20_komplett.pdf (gesehen 11.8.15).

17 Vgl.: Leitner, Ulrike (Hg.): Alexander von Humboldt – Von Mexiko nach Veracruz. Tagebuch. Berlin, 2005.

18 Biblioteka Jagiellońska Kraków, Oddział Rękopisów, Nachlass Alexander von Humboldt Band 3/1 Bl. 1-179. Vgl. hierzu auch: Zeuske, Michael: Arango y Humboldt/ Humboldt y Arango. Ensayos científicos sobre la esclavitud. In: Francisco Arango y la invención de la cuba azucarera. Hg. v. Dolores González-Ripoll Navarro und Izaskun Álvarez Cuartero. Salamanca, 2010. S. 245-260. Hier S. 253-257.

19 Der Grund hierfür ist nicht endgültig zu ermitteln. Das Akzessionsjournal von 1868 verzeichnet unter der Acc. Nr. 9477 ein Dokument mit dem Titel „Gallatin Synopsis of the Indian Tribes of North America“. Unter diesem Titel wurde das Dokument 1889 in dem in der SBB aufbewahrten Handschriftenverzeichnis von Ludwig Stern, „Collectiones Virorum doctorum reliquiae“, als Nr. 4 aufgenommen. Dieser Katalog wurde nach dem Erhalt der Humboldt-Handschriften aus der Universitätsbibliothek 1893 ergänzt. Dabei wurden jedoch nicht nur die neuen Zugänge von der Universitätsbibliothek unter den Nummern 6-14 verzeichnet. Unter der Nummer 4b wurde zusätzlich ein Dokument mit dem Titel: „Albert Gallatin, Nomenclature des Tribes Indigènes de l‘Amérique Septentrionale“ angelegt. Wie es scheint wurde der bereits bestehende Eintrag mit der Nr. 4 aus Sterns Verzeichnis damals erst mit dem kleinen „a“ markiert, sodass fortan zwei Dokumente von Gallatin existierten. Vermutlich handelt es sich hierbei aber um Fehler bei der Katalogisierung: Jedenfalls stimmt die Akzessionsnummer 9477, unter der der erste Titel im Akzessionsjournal erscheint, mit derjenigen des Dokuments im Krakauer Nachlassteil (die den zweiten Titel trägt) überein. Es ist also denkbar, dass es sich bei 4a und 4b um dasselbe Dokument handelt.

20 Humboldt, Alexander von: Kleinere Schriften. Tübingen; Stuttgart, 1853.

21 Humboldt, Alexander von: Ansichten der Natur, mit wissenschaftlichen Erläuterungen. Dritte verbesserte und vermehrte Ausgabe. Tübingen; Stuttgart, 1849. Im Krakauer Nachlassteil finden sich allerdings auch Teile der Originalmanuskripte zur zweiten Ausgabe der Ansichten der Natur von 1826. Vgl.: Biblioteka Jagiellońska Kraków, Oddział Rękopisów, Nachlass Alexander von Humboldt Band 10.

22 So der Tenor in: N.N.: Der litterarische Nachlaß Alexanders v. Humboldt. S. 5369.

23 Die Briefe bilden die Grundlage des 1863 in zwei Bänden von Heinrich Berghaus herausgegebenen Briefwechsels zwischen ihm und Humboldt, der neben den Briefen auch zahlreiche weitere Veröffentlichungen Humboldts und anderer Autoren enthält. Allerdings nahm Berghaus willkürlich Änderungen am Textstand vor. Auch sind keineswegs alle in Band 15 des Krakauer Nachlassteils enthaltenen Briefe in dem Briefwechsel ediert. Vgl.: Berghaus, Heinrich: Briefwechsel Alexander von Humboldt’s mit Heinrich Berghaus aus den Jahren 1825 bis 1858. 2 Bde. Leipzig, 1863.

24 Bibliothèque nationale de France. Département des manuscrits. Allemand 232-236.

25 SBB-PK IIIA Libr. Impr. c. not. Mss. Oct. 464.

26 Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Nl A. v. Humboldt, Nr. 4.

27 SNM/DLA, A: Humboldt 62.2298, Verschiedenes, Testament und testamentarische Verfügungen [ohne Foliierung].

28 SNM/DLA, A: Humboldt 62.2298, Verschiedenes, Testament und testamentarische Verfügungen [ohne Foliierung].

29 Vgl. den Brief E. Buschmanns an Johann Georg von Cotta vom 20. und 21. Mai 1859. SNM/DLA, Cotta-Archiv (Stiftung der Stuttgarter Zeitung), 124, 2. Teil. Vgl. hierzu insbesondere den Zusatz zur Abschrift des Seifert’schen Testaments, das Buschmann Cotta am 10. Mai 1859 zukommen lässt. Darin äußert Buschmann ausführlich, aber ohne einen Namen zu nennen, den Verdacht, dass sich eine gewisse Person „X“ (die dem Inhalt nach eindeutig mit Seifert identisch ist) bereits zu Lebzeiten an Humboldt bereichert und diesen emotional von ihr abhängig gemacht habe. Vgl.: E. Buschmann an Johann Georg von Cotta, Potsdam, 10. Mai, 1859. SNM/DLA, Cotta-Archiv, Marbach, 124a und b. (Für die Ersteinsicht in die Briefe und testamentarischen Verfügungen Humboldts danke ich Ulrike Leitner von der Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der BBAW. D.E.) Eine etwas mildere, erklärende Sicht des Verhältnisses Humboldt-Seifert und dessen Erbschaft vertritt Alfred Dove in der ‚wissenschaftlichen Biographie‘ Alexander von Humboldts. Vgl. Bruhns: Alexander von Humboldt. Bd. 2. S. 467.

30 Vgl. E. Buschmann an Johann Georg von Cotta vom 20. und 21. Mai 1859. SNM/DLA, Cotta-Archiv (Stiftung der Stuttgarter Zeitung), 124, 2. Teil.

31 Vgl.: Schoenwaldt: Das Schicksal des Nachlasses Alexander von Humboldts. S. 113-115.

32 Vgl.: Acta betreffend die von A. von Humboldt hinterlassene Bibliothek (1860). SBB PK IIIA Acta III. B. 54. Darin Bl. 1 der Brief August von Bethmann Hollweg an Georg Heinrich Pertz, Berlin, 31. Januar 1860. Die Akte bezieht sich ausschließlich auf die Begutachtung der Bibliothek.

33 Müller-Vollmer, Kurt: Wilhelm von Humboldts Sprachwissenschaft. Ein kommentiertes Verzeichnis des sprachwissenschaftlichen Nachlasses. Paderborn, 1993. S. 44.

34 Vgl. hierzu: Gatter, Nikolaus: „Gift, geradezu Gift für das unwissende Publicum“. Der diaristische Nachlaß von Karl August Varnhagen von Ense und die Polemik gegen Ludmilla Assings Editionen (1860-1880). Bielefeld, 1996. S. 228-256.

35 Detaillierte Angaben zum Schicksal der Bibliothek Humboldts, die letztlich bei einem Lagerhausbrand in London, kurz vor ihrer Versteigerung bei Sotheby’s vernichtet wurde, finden sich bei Schoenwaldt: Das Schicksal des Nachlasses Alexander von Humboldts. S. 118ff.

36 Ebd. S. 118

37 Vgl. z.B. Ule, Otto: Humboldts wissenschaftlicher Nachlaß. In: Die Natur. Zeitung zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnis und Naturanschauung für Leser aller Stände, Bd. 9 (1860) S. 168.

38 Vgl. hierzu: Müller-Vollmer, Kurt: Wilhelm von Humboldts Sprachwissenschaft. S. 45.

39 Bibliothèque nationale de France. Département des manuscrits. Allemand 232-236.

40 Die Zeitungsausschnitte finden sich in Buschmanns Personalakte. Vgl.: Acta Betreffend den Bibliothekar, Prof. Dr. Buschmann (1831-). SBB PK IIIA Acta I 7f, Nr. 70.

41 Ebd. Nr. 68

42 Ebd. Nr. 69. Vgl. auch Blankenstein, David: À qui appartient le cosmos? In: Les frères Humboldt, l’Europe de l’Esprit. Hg. von Bénédicte Savoy und David Blankenstein. Paris, 2014. S. 165-175. Hier S. 172-175.

43 SBB PK IIIA Verzeichnis der Nachlässe und Autographen H-Q. Bl. 96v.

44 Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Bestand Sternwarte Babelsberg, Nr. 325 [ohne Foliierung]. Eine Abschrift (manschinenschriftlich) findet sich auch in der Korrespondenz der Sammlung Darmstaedter. Vgl.: SBB-PK IIIA Korrespondenz zur Slg. Darmstaedter, K.2 (Heinz) [ohne Foliierung].

45 Humboldt, Alexander von: Essai géognostique sur le gisement des roches dans les deux hémisphères. Strasbourg, 1823.

46 Peter Schoenwaldt (Vgl.: Schoenwaldt: Das Schicksal des Nachlasses Alexander von Humboldts. S. 134-135) legt dar, dass John C. Frémont 1864 dieses Exemplar von Henry Stevens aus Humboldts Bibliothek erwarb, noch bevor der größte Teil der Humboldt-Bibliothek in London verbrannte. Unter der Nummer 4629 listet Stevens tatsächlich ein Exemplar des „Essai géognostique“ mit Anmerkungen Humboldts und Leopold von Buchs in seinem Katalog der Humboldt-Bibliothek auf. (Vgl.: Stevens, Henry: The Humboldt Library. A catalogue of the library of Alexander von Humboldt. London 1863. S. 325). Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei diesem Exemplar um das heute im Archiv der BBAW liegende handelt, ist aber gering. Viel wahrscheinlicher ist es, dass es sich dabei um jenes von Gabriele von Bülow übergebene handelt. Sie verzeichnet jedenfalls in ihrer Übergabeliste von 1868 ein Exemplar des „Essai géognostique“, das im Revisionsbericht des Bibliothekars Friedrich Ascherson von 1882 ebenfalls auftaucht. Der Titel erscheint nicht in den Protokollen der Übergabe der Kollektaneen zum „Kosmos“ aus der Sternwarte an die Sammlung Darmstaedter. Offenbar wurde das Buch bei der Übergabe 1932 vergessen.

47 Dieser Umstand ist umso bedeutender, da es sich bei den Materialien, die in den vier Paketen enthalten waren, fast ausnahmslos um Briefe handelt. Rechnet man sie vom übrigen Nachlass ab, so gewinnen die in den Kollektaneen ohnehin dominierenden Textsorten wie Notizen, Exzerpte, Manuskripte, Publikationen und Zeitungsausschnitte ein deutliches Übergewicht. Diese Tatsache ist in der Humboldt-Forschung, in ihrer bisherigen Konzentration auf Korrespondenzmaterialien, wenig berücksichtigt.

48 Friese, Karl: Geschichte der Königlichen Universitätsbibliothek zu Berlin. Berlin, 1910. S. 149-150.

49 Vgl.: Wilhelm Erman an August Wilmanns. Berlin, 8. April 1893. Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin: Acta betreffend: Allgemeine Verwaltung des Bücherbestandes: Die Handschriften. Nr. 1148. Bl. 1.

50 SBB PK IIIA Nachlass Alexander von Humboldt, Altes Inhaltsverzeichnis [ohne Foliierung].

51 SBB PK IIIA Nachlass Alexander von Humboldt, Altes Inhaltsverzeichnis [ohne Foliierung].

52 Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Bestand Sternwarte Babelsberg, Schriftwechsel 1931/32 [ohne Foliierung].

53 Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Bestand Sternwarte Babelsberg, Schriftwechsel 1931/32 [ohne Foliierung].

54 Die folgenden Ausführungen bauen auf den detaillierten Untersuchungen Werner Schochows zur Auslagerungsgeschichte der Preußischen Staatsbibliothek auf. Vgl. Schochow, Werner: Bücherschicksale. Die Verlagerungsgeschichte der Preußischen Staatsbibliothek. Berlin, 2003.

55 Ebd.: S. 51.

56 Ebd.: S. 51-54.

57 Vgl.: Pietrzyk, Zdzisław: Zbiory z byłej Pruskiej Biblioteki Państwowej w Bibliotece Jagiellońskiej. In: Alma Mater miesięcznik Uniwersytetu Jagiellońskiego 100 (2008) S. 15-19. Hier S. 15-16.

58 Vgl.: Schochow: Bücherschicksale. S. 121.

59 Bruhns: Alexander von Humboldt. Bd. 1. S. X.

60 Die entsprechenden Akten befinden sich im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes Berlin. Vgl.: PA AA MfAA A 939 Bl. 84.

61 Über den nachfolgenden Umgang mit den Tagebüchern in der DDR, insbesondere auf die Transkription und Teiledition der Tagebücher durch die Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der BBAW kann an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Vgl. hierzu: Schuchardt, Gregor: Fakt, Ideologie, System. Die Geschichte der ostdeutschen Alexander von Humboldt-Forschung. Stuttgart, 2010. S. 217-227.

62 Hübner-Trams, Wilhelm (Hg.): Verzeichniss der von dem Verstorbenen preussischen Generallieutenant J. von Radowitz hinterlassenen Autographen-Sammlung. Berlin, 1864. S. 201 u. 470-474.

63 Stern, Ludwig: Die Varnhagen von Ensesche Sammlung in der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Berlin, 1911. S. 365-366.

64 SBB-PK IIIA Autogr. I/ 4666.

65 SBB PK IIIA Nachl. 480 (Sammlung Runge): Adressbüchlein . Vgl. hierzu: Weber, Jutta: „Schiller in den Briefen an Körner sagt erst von mir ich sei viel geistreicher, begabter als mein Bruder!“ – Das Adressbuch Alexander von Humboldts. In: Bibliotheks-Magazin 7/2 2012. S. 3-8.



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