Karolina Jaenisch-Pavlova, Adam Mickiewicz und Alexander von Humboldt. Ein Beitrag zu den deutsch-russisch-polnischen Literaturbeziehungen des 19. Jahrhunderts

  • Krzysztof Zielnica
Schlagworte: Adan Mickiewicz, Karolina Jaenisch-Pavlova, Literaturbeziehungen

Abstract

Zusammenfassung

Auf seinen Reisen traf Alexander von Humboldt wiederholt Personen, die später die zufällige Begegnung oder eine flüchtige Bekanntschaft mit ihm für ihren sozialen bzw. gesellschaftlichen Aufstieg zu nutzen versuchten. So war es auch mit Karolina Jaenisch (1810-1893), der späteren K. Karlovna Pavlova, der Tochter eines in Russland ansässigen deutschen Hochschullehrers. Humboldt begegnete ihr 1829 in Moskau bei einer Soiree, und er soll sie zu weiterem literarischen (dichterischen) Schaffen ermuntern haben. Humboldt nahm damals ein Bruchstück des von ihr aus dem Polnischen ins Deutsche übersetzten Poems „Konrad Wallenrod“ von Adam Mickiewicz, dem späteren polnischen prince des poètes, mit, und übergab es Goethe. Zu jener Zeit war Karolina sehr eng mit Mickiewicz befreundet und beteuerte ihm in Briefen ihre grenzlose und ewige Liebe. Mickiewicz war aber fest entschlossen, Russland für immer zu verlassen. Das tat er 1829. In ihrem Sonett „An Alexander von Humboldt“ drückte sie, nach Meinung von Literaturkritikern, ihren unstillbaren Schmerz über den Verlust des geliebten Mickiewicz aus. Humboldt traf Karolina noch einmal 30 Jahre später in Berlin.

Autor/innen-Biografie

Krzysztof Zielnica
geboren 1936 in Wijewo (Polen), studierte allgemeine Ethnologie an der Universität Wrocław (Breslau), promovierte dort 1973 über afrikanische Ethnosoziologie; zwei Bücher über das Ewevolk in Ghana, Togo und Dahomey, darunter Bibliographie der Ewe in Westafrika (Wien 1976); beschäftigt in der Polnischen Akademie der Wissenschaften und an der Universität Wrocław (Breslau); 1980/81 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (Institute for Advanced Study Berlin); Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung (mehrmals); Zahlreiche Publikationen zu Alexander von Humboldt, darunter „Alexander von Humboldt in der polnischen Literatur“ (Berlin: Dietrich Reimer Verlag 1989) und „Polonica bei Alexander von Humboldt. Ein Beitrag zu den deutsch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts (Berlin: Akademie Verlag 2004). Dieser Band wurde 2005 mit dem Preis ausgezeichnet.
Zitationsvorschlag
Zielnica, K. (2005). Karolina Jaenisch-Pavlova, Adam Mickiewicz und Alexander von Humboldt. Ein Beitrag zu den deutsch-russisch-polnischen Literaturbeziehungen des 19. Jahrhunderts . HiN - Alexander Von Humboldt Im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien, 6(11), 39-57. https://doi.org/10.18443/67
Rubrik
Humboldts Russland-Reise