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Izabela Drozdowska-Broering

Alexander von Humboldt
und die polnische Wissenschafts- und Kulturwelt

Zusammenfassung

Alexander von Humboldt war in Polen bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert berühmt geworden. Er reiste mehrmals nach Polen und unterhielt Kontakte zu polnischen oder polnischstämmigen Wissenschaftlern. Aus den 30er und 40er Jahren stammen die meisten schriftlichen Belege, die von Beziehungen Humboldts zu solchen Persönlichkeiten wie Ludwik Zejszner, Józef Waraszkiewicz oder Filip Neryusz Walter zeugen. Nicht nachweisbar ist heute dafür Humboldts Kontakt zu Wincenty Pol sowie zu Ignacy Domeyko.

Humboldt inspiriert nicht nur polnische Wissenschaftler, sondern auch führende polnische Dichter der Romantik. Viele polnische Exilanten verdanken dem deutschen Gelehrten wertvolle Kontakte, Empfehlungsschreiben und Gesuche bei damaligen Machthabern.

Summary

Alexander von Humboldt had become famous in Poland already in the late 18th century. He travelled several times to Poland and maintained contact to Polish or Polish descendant scientists. From the 1830s and 1840s date most of the evidences of Humboldt‘s relationship to such personalities as Ludwik Zejszner, Józef Waraszkiewicz or Filip Neryusz Walter. Humboldt‘s contacts with Wincenty Pol and Ignacy Domeyko are unverifiable today.

Humboldt inspired not only Polish scientists but also leading Polish poets of Romanticism. Many Polish expatriates are due to the German scholar for valuable contacts, letters of recommendation and requests to those in power at that time.

Résumé

Alexander von Humboldt était célèbre en Pologne déjà à la fin du 18ème siècle. Il voyagea plusieurs fois en Pologne et était en contact avec des scientifiques polonais ou d‘origine polonaise. Des années 1830 et 1840 datent la plupart des documents écrits qui attestent des relations de Humboldt avec des personnalités telles que Ludwik Zejszner, Józef Waraszkiewicz ou Filip Neryusz Walter. En revanche, les contacts de Humboldt avec Wincenty Pol et Ignacy Domeyko ne peuvent pas être prouvés aujourd‘hui.

Humboldt a inspiré non seulement des scientifiques polonais, mais aussi de grands poètes romantiques polonais. De nombreux exilés polonais doivent au savant allemand des contacts précieux, des lettres de recommandation et des requêtes aux hommes au pouvoir à cette époque.

Alexander von Humboldt war in Polen bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert berühmt geworden1, 1809 erschien die erste polnische Übersetzung seines Reiseberichts aus Amerika.2 Er reiste mehrmals nach Polen und unterhielt Kontakte zu polnischen oder polnischstämmigen Wissenschaftlern, wobei seine Reisen als auch seine Werke auf immenses Interesse gestoßen sind, wovon heute zahlreiche Briefe und Memoiren sowie Zeitungsbeiträge zeugen. Solch eine Resonanz zu Lebzeiten des Forschers lässt auf eine umfassende zeitgenössische Sekundärliteratur hoffen, vor allem was Humboldts Beziehungen zu Polen anbetrifft. Auch wenn Humboldts Ideen in vielen Wissenschaftszweigen fortwirken, erstaunt die verhältnismäßig geringe Anzahl an Publikationen, die sich mit der Person des großen Gelehrten oder mit seinen konkreten Werken befassen.

Zu den wichtigsten polnischen Humboldt-Forschern der letzten Jahre gehört wohl der 2012 verstorbene Historiker und Ethnologe Krzysztof Zielnica, der vor allem mit seiner annotierten Bibliographie3 über Humboldt in dem polnischen Schrifttum und mit seinem Opus Magnum – Polonica bei Alexander von Humboldt4, herausgegeben im Jahre 2004, eine Lücke in der Humboldt-Forschung gefüllt hat. Früher publizierten zu Humboldt u.a. der Bibliothekar Roman Jaskuła (im Rahmen seiner Karol Forster-Studie5) sowie der Geograf, Bibliothekar und Kartographie-Forscher Bolesław Olszewicz, den Hanno Beck sehr schätzte. Darüber hinaus erscheinen regelmäßig kürzere Beitrage der Mitglieder der Societas Humboldtiana Polonorum sowie interessierter Historiker, Naturwissenschaftler und nicht zuletzt Germanisten.6 Da Teile des Nachlasses Humboldts, vor allem seiner umfangreichen Korrespondenz verschollen oder nicht zugänglich sind (wie die in Chile vermuteten Briefe von Alexander von Humboldt an Ignacy Domeyko, aber auch Briefe und Memoiren von polnischen Autoren und Forschern, die höchstwahrscheinlich mit Humboldt in Kontakt traten), erscheint eine vollständige Erfassung der Resonanz Humboldts in dem geteilten Polen (insbesondere in den Jahren 1795–1918) als eine schwierige Aufgabe. Nicht desto weniger bieten die vorhandenen Quellen einen breiten und aufschlussreichen Einblick in die Beziehungen des weltberühmten Naturforschers zu polnischen Wissenschaftlern.

Auch wenn Humboldt mit einer Reihe von polnischen Intellektuellen schon früher im Kontakt war, erscheint als ein gewisser Höhepunkt seiner Beziehungen zu Polen das Jahr 1830, als er, noch vor dem polnischen November-Aufstand, zusammen mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. in Warschau weilte und auch andere, zu dieser Zeit zu Preußen gehörende Städte, wie Posen, sowie mehrere Ortschaften in Schlesien besuchte. In Warschau nahm er an vielen offiziellen Empfängen teil. Der wichtigste Programmpunkt war aber bestimmt die außerordentliche Sitzung der Warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften, die Humboldt ein Jahr zuvor zu ihrem Ehrenmitglied ernannt hatte. Neben dem Präsidenten der Gesellschaft – Julian Ursyn Niemcewicz – traf sich der deutsche Ehrengast mit Felix Paweł Jarocki, den er schon aus Berlin kannte, mit Karol Skrodzki, Physiker, sowie mit Walenty Skorochód-Majewski, einem Archivar und Sanskrit-Forscher. Schon in seinem Dankschreiben für die Ernennung zeigte sich Alexander von Humboldt zuversichtlich, dass „Il existe des liens parmi les hommes qui survivent aux grandes révolutions qui affligent l‘humanité“ und lobte polnische Wissenschaftler für deren „noble courage, un patriotisme toujours renaissant“. Auch während der Sitzung der Gesellschaft hielt der illustre Gast einen Vortrag über Vulkane; wegen der Dauer seiner Ausführungen hat ihn Niemcewicz in seinen Memoiren als einen großen Plauderer („gadatywus“) bezeichnet.7 Humboldt dankte in seiner Rede mit folgenden Worten: „Erlauben Sie mir, werte Herrschaften, dass ich ihnen in höchster Verehrung meine Dankbarkeit ausspreche, dass sie mich in dieser altertümlichen Hauptstadt, in der (unter dem wohltätigen Schild der Regierung und des großzügigen Monarchen, der mich nicht so lange her zu sich rief, damit ich Sein so weites Reich besuche) eine nach der anderen solch schöne und edle Institutionen entstehen.“8

Der großzügige Monarch“, von dem Humboldt sprach, war der polenfeindliche Zar Nikolaus I., seit 1825 König von Polen, der wohl von Humboldts enthusiastischer Aufnahme in Warschau beunruhigt war. Als er erfuhr, dass das neue Mitglied der Warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften mit einem festlichen Essen zusätzlich gefeiert werden sollte, lud er ihn kurzerhand zu sich ein.9 Ungeachtet der daraus resultierenden Verspätung Humboldts fand der Empfang durch die Mitglieder der Warschauer Gesellschaft statt. Ein paar Monate später, nach dem zerschlagenen November-Aufstand wurde im Rahmen der breit angelegten Repressalien u. a. die Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften von dem Zaren aufgelöst.

Alexander von Humboldts Position war in diesem Fall äußerst schwierig, da er die Politik Russlands mit keinem (kritischen) Wort kommentieren durfte. Das betraf sowohl Polen als auch Russland selbst, wo er während seiner von dem Zaren finanzierten Expedition sich verpflichten musste, die Situation der leibeigenen russischen Bauern nicht zu thematisieren. Wie sehr das dem freiheitsliebenden Wissenschaftler zugesetzt haben muss, zeigt u.a. die Tatsache, dass sich keine Tegebücher in eigentlichem Sinne von der Russland-Expedition in seinem Nachlass finden.10 Erst 1843 erschien sein im neutralen Ton gehaltenes Werk über Zentralasien. Er blieb jedoch bis zuletzt seiner Überzeugung treu, dass „alle [...] gleichmäßig zur Freiheit bestimmt“11 sind und zeigte sich immer äußerst empört, wenn jemand sich ablehnend über die polnische Sache äußerte. Als Beispiel kann der Brief an Carl August Varnhagen von Ense aus dem Jahre 1847 dienen, wo Humboldt sein Missvergnügen über die Worte von Prinz Albert von Sachsen äußert: „Der Mann [Albert] ist mir in Stolzenfels sehr unheimlich geworden“, als er sagte: „»Ich weiß, Sie nehmen viel Theil an dem Unglück der russischen Polen, leider! Verdienen die Polen so wenig unsere Theilnahme als die Irländer.«“12

Es wäre aber falsch anzunehmen, dass sich Humboldt ganz aus der Polenpolitik Russlands heraushielt. Von dem Gegenteil zeugen seine zahlreichen Empfehlungen und Gesuche, die u.a. zur Strafmilderung von drei nach Sibirien verbannten Polen: Wiktor Iwaszkiewicz, Alojzy Pieśniak und Jan Witkiewicz führten. Humboldt soll auch zur Befreiung eines anderen politischen Gefangenen – Tomasz Zan, dem Gründer der Filareten-Bewegung in Wilna beigetragen haben, bis jetzt wurden aber keine dafür sprechenden Beweise gefunden.13

In den zwei Dekaden nach dem zerschlagenen Novemberaufstand, insbesondere in den dreißiger Jahren, ist eine starke Sympathie dem Nachbarvolk gegenüber (manchmal sogar Polen-Schwärmerei14 genannt) in deutschen (zumeist) liberalen Kreisen zu verzeichnen. Der Freiheitskampf der Polen löste nicht nur eine neue Welle der deutschen Hilfsbereitschaft aus, sondern ging mit der Erneuerungsbewegung Deutschlands einher. In vielen deutschen Städten kam es zu Unruhen, immer lauter wurde die Forderung nach der Vereinigung Deutschlands als Republik. Zu den literarischen Zeugnissen dieser Bestrebungen, ausgelöst durch den Novemberaufstand, gehören Polenromane und vor allem Polenlieder15, verfasst unter anderem von Schriftstellern wie Franz Grillparzer, Gottfried Keller, Ludwig Uhland oder Annette von Droste-Hülshoff. In vielen Fällen folgten der „Polenschwärmerei“ keine konkreten Taten, trotzdem war die Gastfreundschaft und die Hilfsbereitschaft gegenüber den meistens über Dresden oder Berlin fliehenden Aufständischen, Künstlern und Intellektuellen enorm.

Dabei muss bemerkt werden, dass Polen zwischen drei Besatzungsmächte geteilt wurde: zwischen Russland, Preußen und dem Kaisertum Österreich. Die polenfreundlichen Deutschen haben den Kampf Polens gegen „den russischen Tyrannen“, nicht etwa gegen die preußische Besatzung unterstützt. Humboldt, auch wenn er sich grundsätzlich für die unterdrückten Polen unter der preußischen Besatzung einsetzte, trat auch diesmal vor die Reihe, indem er sich in den vierziger Jahren für die Reorganisierung des so genannten Großherzogtums Posen einsetzte.16

Es gibt eine Reihe von bedeutenden Forschern und Kulturschaffenden, deren Kontakte zu Humboldt heute nachgewiesen werden können. Zu ihnen gehört unter anderen Ludwik Zejszner, der Humboldts Ideen in der polnischen Geologie verbreitete und später zu seinem Übersetzer wurde. Aus seinen Notizen erfährt man viel über seine Beziehungen zu Humboldt, vor allem aus den Jahren 1844–1852, in denen sie Briefe austauschten, die vor allem die polnische Ausgabe des „Kosmos“ betrafen.17 Humboldts starke Unterstützung erfährt in den 40er Jahren auch der polnische Botaniker Józef Waraszkiewicz, in dem Humboldt einen künftigen Mitarbeiter in Sanssouci sieht, dem er aber letztendlich die Stelle des Direktors des Hamburger Botanischen Gartens zu gewinnen hilft.18 Humboldt, trotz seiner weitreichenden Verbindungen, ist in seinen Gesuchen jedoch nicht immer erfolgreich. So ist es u.a. im Falle des polnischen Chemikers Filip Neryusz Walter, der zwar Dank Humboldts in seinem Pariser Exil führende französische Forscher kennen lernt, jedoch, von dem Gedanken ins Vaterland zurückzukommen ganz eingenommen, die erträumte Stelle an der Jagiellonen-Universität trotz nachdrücklicher Empfehlung Humboldts nicht bekommt.19

Nicht nachweisbar ist dafür heute die persönliche Bekanntschaft des großen Naturforschers mit dem polnischen Geographen, Mineralogen und Schriftsteller Wincenty Pol, da die noch in dem verschollenen Tagebuch Pols erwähnte Korrespondenz mit Humboldt aus den Jahren 1840–1845 unauffindbar ist. Von dem Austausch der beiden Forscher war Pols Biograf Ludwik Zygmunt Dębicki überzeugt, der im 19. Jh. als letzter Zugang zu Pols Aufzeichnungen hatte.20

Ähnliches betrifft das berühmte Mitglied der Filomaten-Gesellschaft und engen Freund von Adam Mickiewicz – Ignacy Domeyko. Der begabte Mineraloge und Geologe sowie Aufständische aus dem Jahr 1830 floh nach einer sechsmonatigen Haft über Dresden und Paris nach Chile, wo er langjähriger Rektor der Universität in Santiago wurde. Beide Wissenschaftler haben sich in ihren Werken aufeinander berufen, Humboldt erwähnt mehrmals die Erforschung des Vulkans Antuco durch Domeyko im vierten Band des „Kosmos“.21 In Humboldts Bibliothek befanden sich auch mehrere Werke Domeykos mit Widmung und manchmal auch mit handschriftlichen Korrekturen des Autors. Wie schon erwähnt, lässt vieles auf eine mögliche Korrespondenz zwischen Humboldt und Domeyko schließen, die sich, wenn überhaupt noch vorhanden, in den Händen von Domeykos Erben in Chile befindet. Aus dem reichen Nachlass Domeykos sind nur wenige Werke veröffentlicht worden. In Polen sind seine Briefe an seine beiden Onkel, die ihn großgezogen haben, mittlerweile herausgegeben worden22, auch die Universität Santiago de Chile hat in den letzten Jahren zahlreiche Handschriften Domeykos digitalisiert, die Korrespondenz mit Humboldt ist jedoch nicht dabei.

Wohl erhalten blieben dafür einige Briefe Humboldts an Karol Forster, der wahrscheinlich mit dem berühmten Georg Forster verwandt war, worauf der polnische Forscher und Schriftsteller eben von Alexander von Humboldt aufmerksam gemacht wurde. Wie viele andere war auch Forster nach dem Novemberaufstand nach Paris emigriert, wo er bis 1849 lebte, um später nach Berlin zu ziehen. Bis heute sind fünf Briefe Humboldts an Forster erhalten, die mehrfachen Verlagerungen des Nachlasses von Forster legen aber den Verdacht nahe, dass die Korrespondenz umfangreicher gewesen sein konnte.23 Die erhaltenen Briefe betreffen an erster Stelle das zweibändige Werk von Karol Forster, betitelt Quinze ans à Paris (1832–1848). Paris et les Parisiens, das u.a. Skizzen über das Leben und die Sitten der Bewohner der französischen Hauptstadt beinhaltet. Der polnische Schriftsteller und königliche Kanzleibeamte in Warschau war stets bemüht, seine Beziehungen auszubauen. Diese waren besonders wichtig als er nach dem Ausbruch der Revolution im Jahre 1848 aus Paris nach Deutschland ziehen wollte und Kontakte zu dem preußischen Königshof suchte. Er betrieb eine ganz gelungene Eigenwerbung, indem er sein Buch mehreren einflussreichen Persönlichkeiten überreichte. Auf seine eindrückliche Bitte bekam er von Fürst Adam Czartoryski die ersehnte „Bonne recommendation pour M[onsieur] Humboldt, ami de Roi“24, wobei er den berühmten Forscher wahrscheinlich schon 1830 in Warschau kennen gelernt hatte. Humboldt wandte sich an Friedrich Wilhelm IV., um Forster zu empfehlen, indem er betonte, Forster hat soeben auch „ein neues politisches sehr konservatives Buch in Berlin drucken lassen: La République sans républicains“25. Darauf bekam der polnische Migrant das Aufenthaltsrecht in Preußen, was in einem von dem König selbst signierten (und wahrscheinlich von Humboldt verfassten) Schreiben bestätigt wurde. Da das Schreiben in einem äußerst lobenden Ton gehalten war, bemühte sich Forster darum, den Brief nun publik zu machen, wobei ihm schließlich François Barrière, der bekannte Redakteur und Schriftsteller, geholfen hat. Das Schreiben erschien in „Journal des débats“, allerdings ohne Kommentar. Humboldt hat Forster noch mehrere Empfehlungen ausgestellt und der polnische Schriftsteller hat auch nach dem Tod seines berühmten Bekannten dessen Andenken bewahrt, indem er noch im Jahre 1877 einen Beitrag über Humboldt publizierte.26

Alexander von Humboldt kannte aber auch führende polnische Dichter und war selbst für sie eine Quelle der Inspiration. Der wohl berühmteste polnische Nationaldichter Adam Mickiewicz verdankte unter anderem Alexander von Humboldt die Verbreitung in Deutschland der ersten deutschen Übersetzung seines Gedichts „Konrad Wallenrod“. Die Übersetzung stammte von der jungen und begabten Karolina Jaenisch, einer in Russland geborenen Deutschen, Übersetzerin von u.a. Aleksandr Sergeevič Puškin und Vasilij Andreevič Žukovskij die dank Mickiewicz auch das Polnische beherrschte. Humboldt überbrachte das übersetzte Gedicht samt zwei anderen Poemen der Schwiegertochter von Goethe – Ottilie, die nun dafür sorgte, dass Goethe das Gedicht bekam. Wie wir in einem Brief der Karolina Jaenisch lesen: „Humboldt, aus dem Ural zurückkehrend, verbrachte einige Tage in Moskau. Ich habe ihm mein Manuskript vorgelesen und er nahm es mit um es Goethe zu zeigen. Seine [Goethes] Schwiegertochter, Frau Ottilie sagte mir, er hat das Heft stets auf seinem Schreibtisch liegen.“27 Die Nachricht verbreitete sich schnell auch im geteilten Polen und wurde in mehreren Zeitungen und Zeitschriften publik gemacht. Ob Humboldt Mickiewicz persönlich kennen gelernt hat, ist heute nicht eindeutig zu beantworten, allerdings ist ihr Treffen in Paris 1835 ziemlich wahrscheinlich.

Humboldt ist eine Bezugsgestalt in zahlreichen polnischen Gedichten der Romantik, sein Name wird auch in dem Poem „An Doktor S.“ (hier ist der Arzt Aleksander Siemiaszko gemeint) erwähnt. Das Gedicht wurde von Carl von Blankensee ins Deutsche übertragen. Die uns interessierende Stelle klingt wie folgt:

Te prawdy, po hebrajsku zapisane w skałę
W tajemnych archiwach ziemi leżą skamieniałe.
Od Humboldta weź klucze na te alfabety
I stań się biografem naszego planety;

und in der deutschen, etwas holprigen Übersetzung:

Kunde hievon, in die Felsen mit hebrä’scher Schrift geätzt,
Heimlich in der Erd’ Archiven liegt versteinert sie noch jetzt.
Lass von Humboldt dir die Schlüssel leihn zu diesen Alphabeten,
Und ein würd’ger Biographe werde unserem Planeten.28

Humboldt gilt hier also als derjenige, der die Geschichte der Erde entschlüsseln kann und erscheint damit in äußerst positivem Licht. Diese Faszination Mickiewiczs ist auch in seinen anderen Werken sichtbar, indem er die Humboldt‘sche Art der Beschreibung der Natur sowie den Begriff des Naturdenkmals in Bezug auf Bäume verwendet und ihn nachhaltig in die polnische Nomenklatur einführt.

Von einem anderen bekannten Dichter der Epoche – Kamil Cyprian Norwid wird Humboldt als einer der Gegner der Sklaverei und der Leibeigenschaft bezeichnet. Dies geschieht in einem Kommentar in der Broschüre Der Abschied von dem Oberst Adam Kozłowski”, nicht in einem separaten Gedicht. Humboldt wird hier u.a. neben Washington und John Brown erwähnt.

Auch der berühmte Konkurrent Mickiewiczs – Juliusz Słowacki, der jedoch nie zur gleichen Anerkennung wie der Autor von „Konrad Wallenrod“ oder „Totenfeier“ (polnisch: Dziady) gelangte, zeigt Humboldt aus einer etwas anderen Perspektive. Erwähnt wird der große Naturforscher nicht nur in Słowackis philosophischer Schrift „Morgendämmerung“ („Świt“) im Brief an Jan Nepomucen Rembowski, den Bolesław Olszewicz in seiner Abhandlung zitiert, sondern auch in einem wenig bekannten Gedicht List do Aleksandra Humboldta (pisany w łódce nilowej)” (Brief an Alexander Humboldt [geschrieben in einem Nilboot]). Der Nationaldichter, der lediglich vierzig jahre lang lebte, verfasste zahlreiche Epen und Gedichte sowie einen Roman – die meisten seiner Werke entstanden im Pariser Exil, wo er oft mit Mickiewicz verkehrte, vor allem im Kreis um den polnischen Philosophen und Messianisten Andrzej Towiański, bis dessen Abschiebung (wegen angeblicher Spionage zugunsten Russlands) nach Zürich im Jahre 1842. Słowackis Bild von Humboldt entspricht der romantischen Vorstellung von der Überlegenheit „der Lehre von dem Geist”, wie es der Dichter bezeichnete, gegenüber der wissenschaftlichen Herangehensweise. In diesem Punkt weist er eine Ähnlichkeit mit Adam Mickiewicz auf, der in seiner Ballade „Romantyczność” (Romantik) das Metaphysische dem Materiellen und Greifbaren voranstellt: „Gefühl und Glauben acht‘ ich mehr, die Beiden,/ Denn Alles, was des Klüglings Glas erkunde.“ steht es am Ende des Poems, gefolgt von einem Aufruf: „Hab‘ nur ein Herz und blick hinein ins Herze!“.29 In dem Gedicht beschreibt er seine Ägypten-Reise mit dem Hinweis, dass der große Gelehrte nur an greifbaren, materiellen Tatsachen sowie an Ägyptens Geschichte interessiert war, wobei er, Słowacki, sich hauptsächlich der Metaphysik und der Schönheit der Welt widmet.

Rozdzielił nas gościniec płynnego szafiru,
Ty w Tebach, ja dopiero wypływam z Kairu.
Spodziewałem się niegdyś, że miło nam będzie
Złączyć na Nilu skrzydła okrętów łabędzie.
Razem odwiedzać mumjów balsamiczne składy
Razem oczy w Nilowe rzucać wodospady;
I razem jako dawniej kończyć spór zacięty
O cień Chrystusa z drzewa przez Woltera zdjęty,
Dziś próżno cię wyglądam i próżno mię czekasz
Wiatrem, który mnie niesie za Tobą uciekasz.

[…]

Ja wiem tylko, że dla mnie, Nil dotąd rzek książę;
Piękny! Kiedy błękitem żeni się z palmami
Co stoją, wiatrem lekko wahane nad wsiami.

[…]

Piękność Nilu dla ciebie małą jest zaletą,
którego Nilem wiodą Strabo i Manetho.
Epok nie mierzysz dniami, ni wypadków, calem,
Era franków: Gdy jeszcze cesarz był kapralem
Małą dla Ciebie, który dziś patrzysz z wysoka
Dalej, niż ludzie krótszej pamięci i oka.
Ja także, będę z tobą jak w rozmowie szczery,
Należę do liczących czas na krótsze ery.
Ja chcę prędkich rozkwitnień, owoców i zgonów,
Gniewa mię nieruchomość długa Faraonów.

[…]

Wyznam Ci, że mi widać głębiej i wyraźniej
Gmachy stawiane myślą w krajach wyobraźni

In der deutschen Übersetzung könnten die zitierten Verse ungefähr so klingen:

Aus Saphir uns trennte flüß‘ge Landstraße,
Du in Theben, ich werde erst Kairo verlassen.
Einst hab‘ ich gedacht, es wär‘ ein großes Vergnügen
Auf dem Nil zu kreuzen unser‘ Schwäne-Schiffe Flügel.
Gemeinsam Balsamkammer der Mumien aufsuchen.
Den Blick zu versenken in Wasserfällen des Flusses.
Zusammen, wie mal früher, wilden Streit austragen
Über Voltaire, der den Schatten Christi vom Kreuz abgetragen.
Heut‘ ziellos mein Warten, ziellos deine Suche,
Der Wind bringt dich weg, mit dem ich dir zu folgen versuche.

[…]

Ich weiß nur, Nil ist mir der Fürst aller Flüsse;
Schön! Wenn er mit den Palmen tanzt in bunten Reigen,
Mit dem Wind sich grüne Blätter über Dörfer neigen.

[…]

Kaum bemerkst du des Flusses prächtige Schönheiten,
Da dich Strabon und Manetho auf dem Nil begleiten.
Zeit misst du nicht in Tagen, Taten nicht nach Zielen:
Franken-Zeit, da war der Kaiser Unteroffizier –
Kurz für dich, der du heute all das von oben siehst,
Weiter schaust als die, deren kurz Gedächtnis und Sicht.
Ich sag‘ dir, wie wir einst ehrlich gesprochen,
Bin einer, der Zeit misst in kürzeren Epochen.

[…]

Ich muss gestehen, ich sehe tiefer und klarer
Häuser, die ich im Land der Phantasie erbaue.

Trotz der Worte der Ablehnung gegenüber der generalisierenden Perspektive Humboldts, die das metaphysische nicht zu beachten scheint, ist eine gewisse Bewunderung aus den Zeilen von Słowacki herauszulesen und der Wille, zusammen mit Humboldt die Vergangenheit der Erde zu erforschen. Er schlägt vor:

My chcąc pojąć jak niegdyś żyli ludzie sławni,
Staniemy się rozmową i myślami dawni.
Aż się tak obłąkamy w wypadkowym lesie
Jak w palmach, miały gołąb, co ten list poniesie.

In deutscher Übersetzung:

Um altes Leben großer Männer gut zu kennen,
Müssen wir uns von heut‘gem Denken trennen.
Bis wir uns im zufälligem Walde finden
Wie Tauben, deren Spuren zwischen Palmen schwinden.30

Interessanterweise war Humboldt nie in Ägypten. Die Wirren der Napoleonischen Kriege im Jahre 1798 haben ihn davon abgehalten, nach Ägypten zusammen mit Aimé Bonpland zu reisen. Stattdessen haben die beiden Forscher eine Spanien-Expedition unternommen und in den Jahren 1799 bis 1804 zusammen Amerika bereist.

Humboldt inspirierte nicht nur Wissenschaftler und Künstler, sondern war auch in der polnischen Öffentlichkeit präsent. Sucht man nach Aussagen von polnischstämmigen Zeitgenossen Alexander von Humboldts, so ergibt sich – aus Briefen, Memoiren und nicht zuletzt aus Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen – ein aufmerksam und liebevoll gezeichnetes Portrait eines weisen und dennoch aufgeschlossenen und zugänglichen Gelehrten. Notizen und Informationen sowie Anspielungen und Berufungen auf Humboldt scheinen vor allem in der polnischen Presse omnipräsent gewesen zu sein und wurden in ihrer Vielfalt bis heute nicht umfassend erforscht.31 Erwähnt werden nicht nur seine Schriften, Entdeckungen und Arbeitsschritte, sondern auch jede einzelne Ab- und Anreise innerhalb und außerhalb von Preußen. Solche Titel wie Wilnaer Revue, Lviver Zeitung, Zeitung des Großherzogtums Posen, sowie die von Zielnica erforschte Gazeta Polska (Polnische Zeitung) und Kurier Warszawski (Warschauer Kurier) verfolgen die Unternehmungen des Wissenschaftlers. „Am 12. Januar 1839 kam Humboldt in Berlin an“32, „Am 31. Oktober 1832 kam Humboldt in Posen an“, eine Notiz vom 15. Oktober 1842, dass Humboldt und Arago Quellenwasser aus Grenelle getrunken haben, was mittlerweile zu einer Modeerscheinung geworden ist.33 Eine Notiz, dass der von Humboldt seinerzeit gepriesene Weizen von dem englischen Konsul aus Caracas nach Großbritanien geschickt worden ist...34 Kurze Nachricht, dass Herr von Humboldt den preußischen König mit seinen Anekdoten immer gut zu stimmen vermag, wie Arago berichtet.35 Jede winzige Notiz scheint an Wert zu gewinnen, wenn sie den Namen des berühmten Wissenschaftlers enthält. Umgekehrt scheinen die vielen Hinweise von der großen Bedeutung Alexander von Humboldts nicht nur für die polnische Wissenschaft oder Kunst, sondern auch für die polnische Öffentlichkeit zu zeugen.

Einige Quellen schreiben ihm Bescheidenheit zu und betonen, dass sein Äußeres nicht unbedingt auf seine Bedeutung und Position schließen ließ. Soll man dem Bericht der Gräfin Natalia Kicka Glauben schenken, die in Warschau dem berühmten Wissenschaftler begegnet ist, so soll Humboldt einer jungen Dame ein Glas Limonade gereicht haben, weil sie ihn für einen Kammerdiener gehalten haben soll.36

Andere hingegen sehen, bei aller Liebenswürdigkeit des Gelehrten, in ihm einen gefürchteten Gesprächspartner, der mit seinem Wissen und seiner Weltgewandtheit seine eventuellen Widersacher beinahe paralysiert. Das letztere, nach einer vorangestellten Lobeshymne, kann man u.a. einer biographischen Note aus der Gazeta Lwowska, Lviver Zeitung, entnehmen, in der von Humboldt das folgende behauptet wird:

Unter diesen feinsten Herrschaften sieht man oft einen Greis mit einem krankhaften Äußeren, einem genialen Antlitz, mit einem breiten weißen Tuch um den Hals gewickelt, den ein breiter Zuhörerkreis umgibt. An dem regen Blick, an den flinken Bewegungen, an der außergewöhnlichen Klarheit des Ausdruckes, an der Vielschichtigkeit und Tiefe seiner Bemerkungen – erkennt man einen Meister. Dieser Greis, dessen 77 Jahre ihn keineswegs um seine Vitalität gebracht haben, ist der Stolz von Preußen und ganz Deutschland […] es ist Alexander von Humboldt. […] In Berlin ist er solch einer, wie es einst Goethe in Weimar war, dass heißt ein lebendiges Meisterwerk, eine wunderbare, unglaublich komplizierte Maschine, der kein einziges Rad fehlt. […]

Man kann es sich nicht vorstellen, wie schwer es ist, mit Herrn Humboldt ein öffentliches Gespräch zu führen. Wer keine pralle Schlagfertigkeit, keine scharfe Logik und vor allem keine durch nichts zu störende Selbstsicherheit besessen hat, wird ohne Aussicht auf Rettung Opfer dieses zerschmetternden Intellekts […] Herr Humboldt kommt selbst mit einer höchst trügerischen Höflichkeit seinem Gesprächspartner entgegen: er begrüßt ihn, den Hut in der Hand haltend, wie die französischen Garden die Engländer bei Fontenoy, er lockt ihn mit seiner reizvollen Milde – unterdessen umwebt er ihn aber schon langsam mit weißen Fäden seiner Gedanken, um endlich den verwickelten zu ergreifen, ihn völlig zu zerschmettern und in Staub zu zertreten, ehe der arme Besiegte um Gnade zu flehen versucht.37

Von der großen Popularität Alexander von Humboldts in polnischen Kreisen, auch nach dessen Tod im Jahre 1859 zeugt auch ein 1887 entstandenes Gemälde von Józef Siemiradzki, einem Vertreter der Salonmalerei und des Akademismus. Auf dem Bild, betitelt „Chopin im Salon des Fürsten Radziwiłł”, ist ein Ereignis aus dem Jahre 1829 dargestellt, als Frederic Chopin ein Konzert, vermutlich in dem Schloss Antonin bei Posen, für die Familie des Grafen Antoni Radziwiłł gab. Zwischen den auf dem Bild dargestellten Zuhörer ist rechts, neben der Frau des Gastgebers, der preußische Gelehrte zu sehen.

Im 19. Jahrhundert ist internationaler Austausch der Wissenschaftler weder ein Programm der Regierung, noch ein Fokus der jeweiligen Universität. Er kommt einfach zustande. Ohne Internet, Telefon. Die Netze werden anders gespannt und dabei scheinen sie gar nicht weniger ausgebaut zu sein. Eine internationale Vernetzung polnischer Wissenschaftler und Kulturschaffenden ist nach 1830 paradoxerweise einer der Nebeneffekte der so genannten Großen Emigration, auf die sich nicht nur polnische Militärführer sondern auch Intellektuelle begeben mussten. Über Deutschland gingen die meisten von ihnen in das französische Exil, manche, wie Ignacy Domeyko, ein Freund von Mickiewicz aus der Filareten-Gesellschaft, nach Übersee. In Deutschland und Frankreich knüpfen sie zahlreiche Kontakte, was in vielen Fällen auf Empfehlung Alexander von Humboldts geschieht. Ob in Berlin, in Warschau, Posen oder Paris, wollen alle den „ami du Roi“ kennenlernen, wie ihn Forster – und nicht nur er – bezeichnet hat, den „Plauderer” (Julian Ursyn Niemcewicz) und den wahrscheinlich letzten Menschen, der das gesamte damalige Wissen in seinen Schriften umfasste, den „Platon unserer Zeit”38 (Walenty Skorochód-Majewski).

Literaturverzeichnis

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Tatarczyk, Jerzy (2003): „Alexander von Humboldt w Wieliczce“, in: Wszechświat. Band 104, Nr. 10–12/2003, S. 62–64.

Zielnica, Krzysztof (1989): Alexander von Humboldt in der polnischen Literatur: Alexander von Humboldt w piśmiennictwie polskim. Eine kommentierte Bibliographie, Berlin: Dietrich Reimer Verlag.

Zielnica, Krzysztof (2004): Polonica bei Alexander von Humboldt: ein Beitrag zu den deutsch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung; 23), Berlin: Akademie-Verlag.

Zeitschriften und Periodika

Gazeta Wielkiego Xsięstwa Poznańskiego, insb. Nr. 30.06.1830, 15.01.1839, 15.10.1842, 27.11.1883

Gazeta Lwowska. Rozmaitości, insb. Nr. 43/1841, 43/1847

Kurier Wileński, insb. Jahrgänge 1809–1832.

1 Schon 1792, als preußischer Oberbergmeister, reiste er zu der berühmten Salzminne nach Wieliczka, vgl. dazu: Tatarczyk, Jerzy (2003): „Alexander von Humboldt w Wieliczce“, in: Wszechświat. Band 104, Nr. 10–12/2003, S. 62–64.

2 Vgl. (1809) Podróż pana Humboldta w koło ziemi, a mianowicie po Ameryce Południowej, T. 1–2, Wrocław: Bogumił Korn; vgl. auch: Buras, Jacek St. (1996): Bibliographie deutscher Literatur in polnischer Übersetzung. Vom 16. Jahrhundert bis 1994, Wiesbaden: Harrasowitz Verlag, s. 310.

3 Zielnica, Krzysztof (1989): Alexander von Humboldt in der polnischen Literatur: Alexander von Humboldt w piśmiennictwie polskim. Eine kommentierte Bibliographie, Berlin: Dietrich Reimer Verlag.

4 Ders. (2004): Polonica bei Alexander von Humboldt: ein Beitrag zu den deutsch-polnischen Wissenschaftsbeziehungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Berlin: Akademie-Verlag.

5 Zu Karol Forster mehr in weiteren Abschnitten des vorliegenden Beitrags.

6 Vgl. dazu u.a.: Bednarczyk, Andrzej (2006): „Alexander von Humboldt i ogólne metody poznania naukowego”, in: Kwartalnik Historii i Nauki, Nr. 3/4 2006, S. 91–121; Grudzińska, Grażyna: „Alexander von Humboldt – pierwszy badacz Ameryki”, in: Studia Niemcoznawcze, Bd. 20/2000, S. 53–59; Dies. (2001): „Aleksander von Humboldt w hispanoamerykańskim kręgu kulturowym”, in: Studia Niemcoznawcze, Bd. 22/2001, S. 121–128; Januszajtis, Andrzej (1998): „Alexander von Humboldt in Gdańsk”, in: TASK Quarterly, Nr. 3/1998, S. 503–505.

7 Vgl. dazu: Zielnica (2004), S. 55–60.

8 Gazeta Wielkiego Xsięstwa Poznańskiego, Nr. 52/30.06.1830; vgl. auch: Kraushar, Aleksander (1905): Towarzystwo warszawskie przyjaciół nauk, 1800–1832: Monografia historyczna osnuta na źródłach, Warszawa:Gebethner i spółka, s. 371–372

9 Vgl. dazu: Zielnica (2004), S. 55–60.

10 Bis jetzt wurden drei Bänder von sog. Russland-Journalen anhand von Humboldts Notizen aus seiner Russland-Expedition zusammengetragen. Humboldts Erlebnisse und Eindrücke sowie Beobachtungen über soziale Verhältnisse werden nur stichwortartig festgehalten und stellen eher eine Ausnahme dar, sonst handelt es sich hier um (u.a.) astronomische Messprotokolle und geologische Notizen. Vgl. dazu: Honigmann, Peter (2014): Alexander von Humboldts Journale seiner russisch-sibirischen Reise 1829, in: HiN – Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Potsdam – Berlin) XV, 28, S. 68–77.

11 In: Humboldt, Alexander von (1845): Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Band I, S. 385, Stuttgart und Tübingen: Gotta.

12 Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827–1858 (1860) 2. Auflage, S. 235, hier Jahr 1847, Leipzig: Brockhaus.

13 Vgl. dazu: Olszewicz, Bolesław (1964): „Aleksander Humboldt i polski świat literacki”, in: Przegląd Humanistyczny, Nr. 8/1964, S. 71–94.

14 Vgl. dazu: Ehlen, Peter [hrsg. v.] 1982: Der polnische Freiheitskampf 1830/31 und die liberale deutsche Polenfreundschaft, München: Johannes-Berchmanns-Verlag , S. 32.

15 Vgl. dazu u.a.: Koziełek, Gerhard [hrsg. v.] 1982: Polenlieder: Eine Anthologie. Stuttgart: Reclam.

16 Vgl. dazu: Zielnica 2004, S. 160–162.

17 Vgl. dazu: ebd., S. 168–174.

18 Vgl. dazu: ebd., S. 180–188.

19 Vgl. dazu: ebd., S. 188–191.

20 Vgl. dazu: Dębicki, Ludwik Zygmunt (1906): Portrety i sylwetki z dziewiętnastego stulecia. Seria 2, Kraków: Spółka Wydawnicza Polska; vgl. auch: Mann, Maurycy (1904): Wincenty Pol. Studjum biograficzno-krytyczne, Kraków: G. Gebethner i spółka.

21 Sehe: Humboldt, Alexander von (1858): Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Band IV, Stuttgart und Tübingen: J. G. Cotta’scher Verlag, S. 291, 322, 552 sowie 553 Bezugnahme auf Domeykos Erkenntnisse über den Vulkan Antuco, sowie S. 552 Vulkan Chillon.

22 Vgl. Bator, Iwona (2001): Listy z Antypodów. Przyczynek do spuścizny epistolarnej Igancego Domeyki, w: Biuletyn Biblioteki Jagiellońskiej, J. 50/51, Nr. 1/2, s. 103–145.

23 Vgl. dazu: Jaskuła, Roman (1997): Alexander von Humboldts Beziehungen zu Karol Forster. Berliner Manuskripte zur Alexander-von-Humboldt-Forschung, Nr. 12, Berlin: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

24 Vgl. dazu: ebd., S. 11.

25 Ebd., S. 14. Hervorhebung übernommen aus der zitierten Quelle. Der vollständige Brief vom 14.11.1849 einzusehen in: Alexander von Humboldt. Friedrich Wilhelm IV. Briefwechsel. Hg. von Ulrike Leitner unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch. Mit einer einleitenden Studie von Bärbel Holtz (Beiträge zur Alexander-von-Humboldt-Forschung; 39). Berlin: Akademie Verlag 2013, S. 420–421.

26 Ebd., S. 17.

27 Olszewicz (1964), S. 80.

28 Mickiewicz, Adam (1836): Sämmtliche Werke. Erster Theil. Gedichte. Aus dem Polnischen übertragen von Carl von Blankensee. Berlin: Nauck, S. 243–244. Mickiewiczs Werke wurden mehrmals ins Deutsche übersetzt, so ist es auch im Falle dieses Poems. Vgl. dazu: Lukas, Katarzyna (2008): Obraz świata i konwencja literacka w przekładzie. O niemieckich tłumaczeniach dzieł Adama Mickiewicza, Wrocław: Oficyna Wydawnicza ATUT.

29 Mickiewicz, Adam (1874): Balladen und Romanzen von Adam Mickiewicz. Aus dem Polnischen metrisch übertragen von Albert Weiss. Leipzig: Reclam, S. 9.

30 Das Gedicht wurde vermutlich zwischen 1836 und 1837 geschrieben, als Słowacki eine Reise nach Griechenland, Ägypten, Palästina und Syrien unternahm. Siehe: Słowacki, Juliusz (1859): Lilla Weneda. Tragedja w pięciu aktach, Warszawa: S. Orgelbrand, S. 183–193. Übersetzung, wenn nicht anders vermerkt, IDB.

31 Im Jahre 1989 ist eine umfangreiche Bibliographie zu Alexander von Humboldt von Krzysztof Zielnica erschienen, die jedoch nur einige polnischsprachige Zeitungstitel umfasst. Nicht vertreten sind u.a. Gazeta Lwowska [Lviver Zeitung], Kurier Wileński [Wilnaer Revue] oder Gazeta Wielkiego Xsięstwa Poznańskiego [Zeitung des Großherzogtums Posen].

32 Gazeta Wielkiego Xsięstwa Poznańskiego, 15.01.1839.

33 Ebd., 15.10.1842.

34 Ebd., 27.11.1833.

35 Gazeta Lwowska. Rozmaitości, Nr. 43/1841.

36 Vgl. dazu: Zielnica 2004, S. 62, Kicka, Natalia (1972): Pamiętniki, Warszawa: Pax, S. 173–174.

37 Gazeta Lwowska, Rozmaitości, Nr. 43/1847, S. 341.

38 Kraushar, Aleksander (1905): Towarzystwo Królewskie Przyjaciół Nauk 1800–1832: monografia historyczna osnuta na źródłach archiwalnych. Bd. 3, Czasy Królestwa Kongresowego: Ostatnie lata 1828–1830. Kraków: Gebethner i Wolff, S. 366.



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